Hotels, Stromunterbrüche und wandern in den Drakensbergen
Für die Kurzleser:
22. -24.10. Unser zweiter D-Day und zwei Hotels; 24.10. Es ist kalt und wir logieren wieder in einem Hotel; 25. – 27.10. Es ist regnerisch und wir logieren wieder in einem Hotel – dieses Mal sogar in der Honeymoon Suite; 27. – 29.10. In Vryheid haben wir nicht nur ein schönes Appartment, sondern auch sensationelle Gastgeber; 29.10. Endlich schlafen wir wieder einmal in unserem Mojito; 30.10. Im gepflegten St. Lucia ist es gar nicht einfach ein Zuhause zu finden; 31.10. Game Drive & Camping in Cape Vidal; 1. – 3.11. Upgrade dank tierischem Besuch in der Monzi Safari Lodge; 3.11. Schlechte Garage und gutes Deutsches Restaurant in Ballito; 4.11. Danke Keith! Dale & Riaz von Tiger Wheels sind der Hammer! Wir übernachten in einem grossen Appartement in Hillcrest; 5. – 7.11. Zwei Tage im Shoppingparadies; 7. – 9.11. Petrus zwingt uns zurück ins Appartement in Hillcrest statt in die Drakensberge; 9. -13.11. Endlich wieder Camping, endlich wieder schlafen im Mojito, endlich wieder wandern, endlich Drakensberg!
Für diejenigen mit etwas mehr Zeit:
Riana, die Eigentümerin der Kruger Riverside Lodge hat uns einen Impftermin in der Ortschaft White River organisiert; so sagen wir am 22. Oktober tschüss.
Wir fahren wieder nach White River, wo wir vor gut zwei Wochen im Checkers sogar Fondue kaufen konnten🥰! Um 11:30 Uhr kommen wir an und melden uns eine Stunde vor unserem eigentlichen Termin bei der Apotheke. Statt zu warten, können wir sofort loslegen und sind 20 Minuten später mit unserer ersten Corona Impfung im Arm wieder draussen. Unser zweiter D-Day ging wieder fix🤩!

Nach der Impfung shoppen wir im Checkers und füllen unser Fondue-Bestand auf. Beim letzten Mal haben wir nur eine Packung gekauft und eine ist ja bekanntlich keine🤪! Danach geht’s in die White House Lodge, welche dem Deutschen Ehepaar Susann & Detlef gehört. Wegen dem Impftermin und der angesagten Temperaturen von über 38 Grad, haben wir uns für eine klimatisierte Unterkunft entschieden🤓. Wir werden freundlich empfangen und geniessen den Rest des Tages auf dem Sonnendeck und in unserem Zimmer. Als wir ins Bett kriechen, sind wir froh, dass wir uns für ein klimatisiertes Zimmer entschieden haben, denn das Barometer zeigt noch über 30 Grad😲.
Am Samstag haben sich die Temperaturen halbiert – die Höchsttemperatur soll heute maximal 18 Grad betragen. Wir fühlen uns zudem etwas schlapp; ob von der Impfung oder vom Wein können wir nicht genau sagen🙈, aber wir entscheiden uns noch einmal für eine Nacht im Hotel. In der White House Lodge sind alle Zimmer vergeben, weshalb wir in die Heuglings Lodge am anderen Ende von White River ziehen. Hier treffen wir auf einen hübschen Bungalow mit Selbstversorgungsmöglichkeit – ein perfekter Ort für unsere Fondue-Premiere😎.
Eine Packung hat nur 400 Gramm Käse, also kommen zwei Packungen in die Pfanne; so wie früher zu Hause! Und ob ihrs glaubt oder nicht: Wir fressen die ganze Pfanne leer🤪! Der kleine Unterschied zu früher: Wir sind uns Käse nicht mehr gewohnt und können in der Nacht kaum schlafen. Trotzdem war es sensationell🤩😍! …beim nächsten Mal sind wir vielleicht vernünftiger und schmeissen nur noch eine Portion in die Pfanne🙈🤣.
Am 24. Oktober ist es noch kälter und es regnet. Wir fahren südlich und übernachachten im Nirvana Country Guesthouse. Langsam fühlen wir uns als richtige Hoteltester. Obwohl die Anlage ansprechend ist, fällt das Nirvana für uns durch. Das dunkle Zimmer, die kleine ungemütliche Nasszelle und der alte fleckige Teppichboden sind nicht einladend. Beim mageren Frühstücks-Buffet treffen wir wieder einmal auf geraffelten Käse🙄 – für was der genau sein soll, wissen wir bis heute nicht🤔.
Für die Nacht des 25. Oktobers buchen wir 170 Kilometer südlich in der Florence Guest Farm ein Zimmer. Bei Ankunft regnet es in Strömen und das Barometer zeigt kühle 12 Grad – unsere Entscheidung für ein weiteres Hotel war goldrichtig. Beim Check-in erhalten wir ein Upgrade; die Honeymoon-Suite ist heute unser Zuhause😍. Wir haben ein eigenes Häuschen mit kleiner Polstergruppe und Kamin, schönem Bett, abgetrennter Dusche, kleiner Küche und grossem Raum mit freistehender Badewanne. Unser Highlight bei 12 Grad ist das Gas-Kamin🥰!
Draussen Pfui, drinnen Hui. Wir hören den starken Regen auf unser Blechdach prasseln und geniessen unser Domizil. Wir entscheiden sofort eine Nacht länger zu bleiben und verlängern unsere Honeymoon-Suite. Um drei Uhr staunen wir, als uns das Nachtessen ins Bungalow gebracht wird. Phindi erklärt uns, dass das Personal um vier Uhr Feierabend hat. Falls wir später essen möchten, können wir das Essen in der Mikrowelle aufwärmen, was wir auch machen😋. Nach dem Nachtessen erhalten wir Besuch: Ein kleiner Schelm schaut immer wieder vorwurfsvoll in unsere Stube. Als wir kurz Trockenfutter aus Mojito holen und selbst Pflotsch nass zurückkehren, nutzt er die Gunst der Stunde und schleicht sich in die warme Stube🥰.

Blitz, Donner und Starkregen prägen die Nacht. Am nächsten Morgen ist es glücklicherweise etwas freundlicher. Im Frühstücksraum erwartet uns ein loderndes Kamin, ein leckeres Frühstück und unser kleiner Besucher von gestern Abend. Obwohl lediglich zwei Zimmer belegt sind, bieten sie hier einen perfekten Service.
Nach dem Frühstück empfiehlt man uns den Spaziergang zur Kapelle und drückt uns den Schlüssel in die Hand. Also machen wir uns zu Fuss auf zur Kapelle und erkunden anschliessend das ganze Areal. Ach ja, unser Hotel heisst nicht nur Florence Guest Farm sondern auch noch Wedding Venue – ein klassischer und offenbar begehrter Hochzeitsort. Die kleine Kapelle stellt sich als ordentliche Kirche heraus. Beim Erkunden des Geländes zeigen uns die Angestellen stolz die Räume: Brautraum mit Wohnzimmer, Coiffeur-Stuhl, Champagner-Lounge, zwei Zimmer für die Brautjungfern und grossem Brautzimmer, Men-Cave mit Whisky- und Cigar-Lounge, Gemeinschafts-Aussendusche und Kaminraum mit Zimmern, riesige Festhalle und Gin-Bar. Die Honeymoon-Suite kennen wir ja schon bestens😉. Wir müssen gestehen; ein wirklich schöner und gepflegter Ort.
Trotz Honeymoon-Suite und privater Kapelle noch immer unverheiratet, ziehen wir am 27. Oktober weiter nach Vryheid. Wen wundert’s: In Vryheid haben wir für eine Nacht ein Appartement im Pin Oak Cottage gebucht. Wie wir später erfahren, sind wir per Zufall bei den Eigentümern einer Grossmetzgerei gelandet🤓. Tracey und Patrick sind unglaublich nette Gastgeber und kümmern sich hervorragend um uns. Sie kümmern sich derart gut um uns, dass wir spontan entscheiden, eine Nacht länger zu bleiben. Wir geniessen unsere eigenen vier Wände und das schnelle Internet. Da Mojito’s Vorderräder wieder angefangen haben zu schaukeln – tönt lustiger als es ist – bietet uns Patrick seine Hilfe an. Bevor wir abreisen steht er mit seinem Fabrik-Mechaniker bei unserem Mojito und siehe da – unser vorderer rechter Stossdämpfer ist quasi rausgebrochen😱. Während Mojito in der Metzgerei-Werkstatt geschweisst wird, erhalten wir von Patrick eine Führung durch die Produktionshallen. Sage und schreiben vier Tonnen Wurst werden hier täglich verarbeitet. Nach der Führung erhalten wir sogar noch ein Pack Wurst geschenkt😋. Bessere Gastgeber hätten wir uns nicht vorstellen können🥰.
Am 29. Oktober ist endlich wieder einmal Camping-Wetter🤩! Die morgendlichen Schweissarbeiten an Mojito haben zwar das Scheppergeräusch reduziert, leider jedoch nicht die schwankenden Räder. Vier Mal müssen wir einen Not-Stopp einlegen, während wir durchgeschüttelt werden und Angst haben, dass uns die Räder von der Achse fliegen😱! Angenehmes Fahren geht anders und es ist klar, wir müssen Mojito endlich (und schnellstmöglich) in eine Garage bringen! Bevor dies geschieht, nächtigen wir aber endlich wieder einmal in unserem Zuhause auf dem Campground der Bushbaby Lodge. Der holländische Eigentümer ist freundlich, unser Campground hat Schatten und die sanitären Anlagen sind sauber; gut für eine Nacht sozusagen.
Zum Glück haben wir am Abend zuvor alles wieder im Mojito verstaut, denn in der Nacht holt uns das schlechte Wetter wieder ein. Wir entscheiden uns deshalb in St. Lucia für ein Zimmer. Tönt einfach, ist es aber nicht! Auf Booking.com hat es über 60 Angebote und im hübschen St. Lucia ist gefühlt jedes zweite Haus ein Hotel, eine Lodge, ein B & B oder ein Guesthouse. Nicht nur weil wir das schönste Zimmer wollen, gestaltet sich die Suche diesmal schwierig. Vielmehr haben die ersten drei Unterkünfte nur ungeschützte Parkplätze an der Strasse, was Cello eine schlaflose Nacht bescheren würde. Die nächsten vier hammermässigen Unterkünfte haben sich leider entschlossen, die Einfahrtshöhe auf maximal 2.55 Meter zu beschränken, was mit Mojito nicht einmal mit Anlauf zu bewältigen wäre🙈! Zum Glück haben wir wenigstens nicht online gebucht. Wir fahren Kreuz und Quer durch St. Lucia und finden nach gut zwei Stunden im Turaco B&B ein schönes Zimmer und einen sicheren Parkplatz.

Wir nehmen unsere Beine unter die Arme und spazieren ins Zentrum von St. Lucia. St. Lucia ist für uns bisher die gepflegteste Ortschaft in Südafrika. Auffallend ist, dass es sogar Villen ohne hohe Mauer und Elektrozaun gibt. Bevor wir abmarschieren, werden wir dennoch gewarnt, dass wir bei Dunkelheit gut auf uns aufpassen sollen – nicht wegen Dieben, sondern wegen den grasenden Hippos!
Mit Regenschirmen ausgerüstet, geht’s auf Erkundungstour. Irgendwann bleibt uns nichts mehr anderes übrig; wir versuchen das Wetter schön zu trinken🤪!
Der Wettergott ist uns am 31. Oktober endlich wieder besser gesinnt und so brechen wir auf in den Isinmangaliso Wetland Park mit Cape Vidal als Ziel. Im Park fahren wir jede nur erdenkliche Schlaufe. Wir geniessen die abwechslungsreiche Natur: Offene Graslandschaften, gefolgt von Sumpflandschaften, gefolgt von Dschungel, gefolgt von schöner Küste. Auf dem Weg nach Cape Vidal sehen wir verschiedene Gazellen Arten, Elefanten und sogar ein Nashorn.
Das der Park gut besucht ist, wussten wir. Am heutigen Sonntag müsste es aber auch ohne Campingreservation funktionieren. Bei Cape Vidal erfahren wir dann, dass am morgigen Montag Wahltag und somit Holiday ist. Der Campground ist entsprechend gut besucht aber wir finden einen Platz. Cape Vidal ist nicht der schönste Campground aber für eine Nacht ganz ok. Ausnahmsweise gibt es keine Feuerstelle und so buddeln wir ein tiefes Loch in den Sand. Offenbar ist diese Methode in Südafrika nicht sehr verbreitet, denn als unser Feuer lodert, werden wir von zwei Nachbarn gefragt, wie das genau funktioniert mit so einem Loch🙈? Hmmm, schwierig zu erklären, denn es funktioniert gleich, wie ohne Loch – ausser, dass das Feuer mit loch halt windgeschützter ist🤓.
Nach Mitternacht werden wir vom Klang von scheppernden Flaschen geweckt. Jetzt kommt das Geräusch näher und derjenige mit den Flaschen rennt offenbar über unseren Campground direkt an Mojito vorbei. Was für ein Idiot schleicht in der Nacht mit scheppernden Flaschen um unser Zuhause?!? Als wir aus dem Busch geschätzte fünf Meter von uns entfernt Knochen knacken hören, wird uns klar, der Idiot ist eine Hyäne, die von einem Idioten Abfallreste erbeuten konnte😲. Am nächsten Morgen bezeugen die Abdrücke im Sand die Anwesenheit von Mr. Hyäne. Die Beute stammt aus dem defekten Abfalleimer des Nachbarn. Inzwischen haben sich die Baboons über den Rest der Mülltonne hergemacht🙄. Einerseits ist es traurig, wie faul gewisse Camper sind, anderseits ist es noch trauriger, dass solche Mängel nicht umgehend behoben werden, zumal es sich um einen Aufwand von ein paar Minuten handeln würde. Wie auch schon in Botswana, ist auch hier Unterhalt offensichtlich nicht die Stärke der amtierenden Regierung.
Leider ist Tanja angeschlagen; Magen-/Darmbeschwerden, Glieder- und Kopfschmerzen und leichtes Fieber. Wir entscheiden uns deshalb am 1. November wieder für gemauerte vier Wände. In der Monzi Safari Lodge – unweit von St. Lucia entfernt – finden wir ein günstiges Selbstverpflegungs-Chalet. Glücklicherweise spinnt der Fiebermesser bei der Eingangskontrolle: Bei mir zeigt er 35.3 und bei Tanja 36.6 Grad an🙄.
Das Chalet ist hübsch und wir haben sogar einen eigenen privaten Pool. Tanjas Zustand verschlechtert sich weiter, weshalb wir beschliessen, eine weitere Nacht zu buchen. Als ich abends im Wohnzimmer sitze, rennt irgend etwas oberhalb von mir durchs Gebälk und hinterlässt seine Machenschaften am Boden. Am nächsten Morgen sind die Spuren noch zahlreicher. Was es genau ist, wissen wir nicht, aber wir erhalten wegen dem tierischen Kollegen umgehend ein Upgrade in eine grosse Blockhütte. Während wir umziehen, verschlechtert sich Tanjas Zustand weiter. Beim Googeln der Symptome stossen wir immer wieder auf Malaria😱. Also muss ein Schnelltest her; für etwas führen wir die schliesslich mit! 15 Minuten später die Erleichterung. Tanja geht’s zwar noch nicht viel besser, aber immerhin ist es nicht Malaria!
Zur Erinnerung: Mojito’s Räder schaukeln immer noch. Unser Camping-Nachbar auf Cape Vidal hat uns die offizielle Toyota Garage in Ballito empfohlen – die seien absolut Weltklasse! Also buchen wir in Ballito ein Zimmer im Valley Villa Guesthouse und fahren auf direktem Weg mit maximal 70 Stundenkilometer auf der Autobahn die 192 Kilometer nach Ballito. Mühsam, denn sogar bei diesem Tempo haben wir noch schiss, dass Mojito zu schaukeln anfängt😲.
In Ballito suchen wir die Toyota Garage, werden freundlich empfangen und melden uns beim Service-Point. Als wir versuchen für Mojito einen Termin zu buchen, braucht der Service-Empfangs-Büro-Fachmann-Buchungsleiter unsere Fahrgestell-Nummer. Also kommt er mit raus und staunt ab unserem Fahrzeug. Er notiert die Nummer und teilt uns später mit, dass er diese im System nicht findet. Er brauche diese aber um die richtigen Ersatzteile zu bestellen. Perplex fragen wir ihn, ob wir in einer Toyota Garage gelandet sind und was für Ersatzteile er denn benötige – angeschaut hat Mojito ja noch niemand🤔? Ich sage ihm, dass es sich um ein 78er Landcruiser mit gewissen Modifikationen handelt, worauf der Service-Clown wieder verschwindet. Fünf Minuten später werden wir in eine andere Ecke gerufen und – offenbar sein Chef – erklärt uns, dass sie die Fahrgestellnummer unbedingt benötigen. Auf die Frage, ob die Mechaniker denn nicht sehen, was für Ersatzteile es braucht, geht er nicht ein. Dafür bietet er uns an, wir sollen einmal genau aufschreiben, um was für ein Fahrzeug und Motor es sich handelt. Irgendwie fühlen wir uns wie beim Chirurgen, der den Bauch aufgeschlitzt hat und dann aufschaut und fragt, was er jetzt genau machen soll😱. Nichts wie raus ist unser Motto!!!!
Wenigstens hat Ballito mit Sigi’s German Restaurant für uns noch eine positive Überraschung parat (das Valley Villa Guesthouse ist übrigens auch sehr schön – falls jemand einmal in Ballito absteigen will). Sigi ist leider verstorben, sodass das Restaurant heute von seinem Sohn Chris geführt wird. Von Chris werden wir dann auch empfangen, plaudern lange, trinken Weissbier und essen deftiges Essen😎!
Nach dem Essen setzten wir Hilferufe bezüglich Service-Empfehlung ab. Von einer Person erhalten wir einen Kontakt bei der offiziellen Toyota-Garage in Durban. Als wir dort anrufen und erfahren, dass die uns empfohlene Person für zwei Wochen in den Ferien ist, versuchen wir uns telefonisch durchzuschlagen. Als wir immer wieder nach gültigen Fahrgestell-Nummer gefragt werden, geben wir auf🙈.
Kurze Zeit später erhalten wir von Keith eine Sprachnachricht. Er kenne eine zuverlässige Garage mit einem guten Mechaniker. Wir sollen mit Dale von Tiger Wheels in Durban Kontakt aufnehmen. Dale erwarte bereits unseren Anruf. Da es schon spät am Abend und Durban nur 60 Kilometer entfernt ist, entscheiden wir uns statt anzurufen am nächsten Morgen direkt vorbeizuschauen, um einen Termin zu vereinbaren.
Also düsen wir am 4. November mit 70 km/h Lichtgeschwindigkeit nach Durban. Bei Tiger Wheels fragen wir nach unserem Kontaktmann und treffen Dale vier Minuten später. Danach geht alles zack, zack😱! Innert kürzester Zeit kümmern sich gefühlt alle Mitarbeiter um uns und begutachten Mojito. Dale erklärt uns, dass wir erst wieder gehen können, wenn unser Problem gelöst sei – sonst hätte er ein Problem mit Keith und ein Problem mit Keith sei angeblich keine lustige Sache🙈.
Riaz ist Dales bestes Pferd im Stall und glücklicherweise heute für einen Arbeitskollegen eingesprungen, obwohl er Ferien hat. Dale und Riaz hören sich unsere Schilderungen von den schaukelnden Rädern an. Danach startet Riaz mit der Untersuchung: Achsschenkellager und CV-Joint befindet er für gut, jedoch sei der eine Stossdämpfer lose und unsere Stabilisatoren im Arsch. Das mit den Stabilisatoren ist uns bekannt, aber wie viel diese ausmachen, sehen wir erst als mir Riaz zeigt wie viel Spiel die Stange ohne diese Teile hat.
Damit Riaz das Schaukeln noch besser einordnen kann, gehen wir auf Testfahrt. Natürlich schaukeln die Räder auf der Testfahrt nur einen Bruchteil von dem, was wir kennen. Riaz ist sich aber sicher, dass es am Stossdämpfer, den Stabilisatoren und dem Auswuchten der Räder liegt. Als ich nach dem Zustand unserer Räder frage meint Dale, dass diese ziemlich mitgenommen aussehen. Da sie die Räder an Lager haben, bestellen wir zwei neue Vorderräder für Mojito. Von Dale erfahren wir, dass wir diese zum Familienpreis erhalten und alle anderen Leistungen für uns sowieso gratis seien😱. Wow, krass😲! Schlussendlich verbringen wir den ganzen Tag bei Tiger Wheels und fahren am Abend ohne klappern und schwankende Rädern von dannen – unglaublich Keith, Dale und Riaz was ihr für uns getan habt😍! Wir waren schon lange nicht mehr so glücklich🤩!
Da wir von einem langen Tag ausgegangen sind, haben wir in Hillcrest, unweit von Durban ein Appartment gebucht und lassen dort den Abend ausklingen.
Am 5. November fahren wir retour ins Shopping-Mekka Umhalanga, wo wir uns zwei Nächte in der Blue Waves Lodge (oder eher Guesthouse) einbuchen. Im Gateway Shopping-Center erfahren wir was Load shedding tagsüber bedeutet. Wir laufen kilometerweit durch dunkle Gänge, stöbern in Shops ohne Licht und füllen im Lush unsere Shampoo- und Duschmittel-Vorräte (natürlich mit handgeschriebener Quittung).
Anm.d.Red.: Load shedding was?!? Zum ersten Mal wurden wir in der Ukuthula Lodge mit diesem Begriff konfrontiert: Heute Abend beginnt um 22:00 Uhr Load shedding.» Load shedding was – war unsere Reaktion. Wir erfahren, dass es sich um die lokale Abschaltung des Stroms zur Entlastung des Stromnetzes handelt.
Weitere Highlights:
– Während wir uns in der Bar ein Bierchen gönnen, wird Mojito zugeparkt.
– Bei Regen geniessen wir am Abend dank Uber Eats sensationelles Sushi.
– Pünktlich zum Start der Formel 1 Qualifikation wird der Strom für zwei Stunden abgestellt – danke Load shedding🙈!
Petrus hat offenbar etwas gegen unsere Pläne vom Wandern in den Drakensbergen und lässt es weiter regnen. Wir buchen deshalb erneut zwei Nächte das Appartment in Hillcrest. Immerhin hat es hier schnelles Internet, eine Waschmaschine und einen grossen Fernseher. Das Formel 1 Rennen verfolgen wir dennoch auf unserem Notebook, denn pünktlich zum Start startet wieder das Load shedding und der Strom ist weg😱. Am zweiten Abend regnet es derart sintflutartig, dass nicht einmal mehr Uber Eats die Bestellungen ausliefert. Nach einer Stunde warten, wird unsere Pizza-Bestellung annulliert😲!
Am 8. November ist es endlich so weit: Wir fahren in die Drakensberge😎! Die ersten zwei Nächte buchen wir auf dem Lotheni Campground wo wir neben einer Person mit Zelt die einzigen Gäste sind. Am Abend ist es arschkalt und obwohl «nur» feine Hotdogs auf unserer Speisekarte stehen, heizen wir das Feuer ein, als wollten wir uns bei Lucifer bewerben🤣! Die Würste (unser Geschenk von Patrick von Meatmasters von Vryheid) sind sensationell🥰😋! Natürlich pimpen wir die Hotdogs mit Kwasis-scharfer-Sauce (unsere Freunde aus Zimbabwe)🤩.
Der Wetterbericht hat nicht gelogen; am 9. November werden wir von stahlblauem Himmel begrüsst😍. Wir marschieren zwei Kilometer zur Rezeption und starten dort auf den 11.5 Kilometer langen Emadundwini Trail. Die Wanderung führt uns entlang von Bächen, durch spezielle Wälder über riesige Wiesen – wunderschön. Auf dem Weg zurück zum Campground merken wir, dass wir uns schon länger nicht mehr bewegt haben😱. …ok, Tanja taten nur die Füsse weh, während sich meine Beine angefühlt haben, als würden sie absterben😱.
Und so sieht unser Lotheni Camp bei schönem Wetter aus.
Am 11. November geht’s weiter zum Hight More Campground. Mit 2000 Meter Höhe ist dieser der höchstgelegene Campground in den Drakensbergen – aber mehr dazu im nächsten Blog😉.
Load-Shadding:
Load shedding bezeichnet man den Unterbruch der Stromlieferung zur Entlastung des Stromnetzes. In den grösseren Orten wird offenbar meistens zwei Mal täglich der Saft abgestellt. Gemäss unseren Erfahrungen oftmals zwischen 8 und 10 Uhr sowie 20:00 und 22:00 Uhr. Für uns sehr ungewöhnlich, gewöhnungsbedürftig und hätten wir eher in Zimbabwe als in Südafrika erwartet…
Danke für den wiederum interessanten Bericht. Hoffentlich lässt es sich wieder angenehm mit Mojito reisen. Bis bald.
Ja, wir sind glücklich, dass das Rad-Schaukeln weg ist;-)
So interessannte Erlebnisse und eindrückliche Bilder👍. Da kann es euch bestimmt nicht langweilig werden🥰