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Blog Nr. 10: Namibia Teil 3 – Endlich unterwegs mit Mojito

Endlich trifft Mojito ein

Für die Kurzleser:

 

1.1.-6.1.21. Wir bleiben auf Onjala; 6.1. Auf nach Swakopmund; 8.1. Der grosse Tag ist endlich gekommen – Mojito stösst zu uns; 9.1. Wir bringen Big Boy zurück; 11.-20.1. Unsere erste Reise mit Mojito, Conny und Thomas (unsere Container-Partner); 20.- 22.1. Kunene River Lodge; 22.-26.1. Hobatere Lodge und Otjiwarongo; 26.-28.1. Wir kümmern uns in Windhoek um unser Visum;  28.1. auf nach Walvis Bay für unsere zweite Tour mit Mojito; 29.1. -3.2. Mit Tamara und Patrick von Swakopmund über Cape Kross zum Messum Krater und West Brandberg bis nach Palmwag; 5.2. Horror in Warmquelle; 6.2. Wiedersehen mit Purros

Für diejenigen mit etwas mehr Zeit:

 

1. – 6. Januar 2021: Onjala ist geschlossen aber wir müssen/dürfen bleiben. Dürfen, weil unser Bungalow und die ganze Anlage sehr schön ist und müssen, weil wir mit Big Boy und dem defekten Starter nicht fahren können und wollen. Das Wetter haben wir wohl aus Europa mitgebracht, denn seit Weihnachten ist es immer bewölkt und es regnet oft – für uns ein Spektakel und wir freuen uns für Namibia (denn an vielen Orten hat es schon unvorstellbat lange nicht mehr geregnet). Spektakulär ist auch, wie schnell sich die Landschaft hier verändert und das grüne Gras spriesst. Damit wir nicht ganz rosten, machen wir während einer Regenpause einen kurzen Spaziergang. Stoppen tut uns kurz darauf jedoch nicht das Wetter, sondern eine schwarze Mamba auf unserem Weg. Respektive hätte Cello ohne die Warnrufe von Tanja die aufgerichtete Schlange wohl übersehen – Ausgang ungewiss; respektive Game Over im Falle, wenn sie zugebissen hätte. Hätte, hätte Fahrradkette und so sind wir nach wie vor beide wohlauf;-)

8. Januar 2021 – was für ein Tag! Wir sind live dabei, als Mojito aus dem Container gefahren wird und freuen uns riesig, dass wir endlich wieder vereint sind!

Vorgängig gab es noch drei spezielle Situationen: 

 

1. Als wir vor einem Shop parkierten und Thomas und Cello im Laden waren, klopfte ein gut gekleideter Herr an die Beifahrerscheibe und wollte, dass Tanja aussteigt. Angeblich verliere Big Boy hinten Flüssigkeit. Trotz mehrmaliger Aufforderung stieg Tanja glücklicherweise nicht aus, denn sonst wäre wohl unsere Tasche mit den Pässen und ziemlich viel Geld für das Ausladen von Mojito weg und unser freudiger Tag im Arsch gewesen. 

 

2. Da Thomas sein Visum verlängern musste (bei der Einreise haben sie ihm nur acht Tage eingetragen), wollten auch wir uns bei Home Affairs in Walvis Bay um die Verlängerung kümmern. Wir schaffen es tatsächlich recht schnell zu einer Chief-Executive-Master-Officerin mit prächtiger Beamtenlaune. Fazit: Wir erfahren, dass wir ein «Anrecht» auf 90 Tage im 2021 haben. Mehr als Ende März kann und will sie uns aber nicht geben – im Gegenteil werden wir gefragt, was wir denn eigentlich so lange in Namibia machen wollen? Arbeiten, oder gar ein Business starten? Namibia sei ja alles andere als schön um so lange zu reisen… Tja, die Ansichten divergieren offenbar. Auf alle Fälle sollen wir heute keine Verlängerung machen, unsere bereits ausgefüllten Anträge inklusive Flugtickets, Finanzstatus usw. erst Ende Januar einreichen, denn dann seien unsere Chancen auf ein Verlängerung besser.

 

3. Vor dem Home-Affairs-Gebäude fährt ein Auto mit der Aufschrift Condor Logistical Support & Services vor und tatsächlich treffen wir so auf dem Parkplatz per Zufall Eddi unser Mann für die Befreiung von Mojito!

 

Nun zurück zum Tages- oder wohl eher Monatshighlight. Wir fahren mit Eddis Geschäftspartner zum Hafen wo Mojito gerade aus dem Container gefahren wird – was für ein Erlebnis! 

 

Die Check-Kontroll-Zoll-Master-Beamtin fordert uns auf die Heckklappe zu öffnen und fragt uns, was genau die vielen Spinnenfäden um Mojito und das viele Laub auf der Haube sollen. Eddis Helfer nimmt die Dame behutsam von Mojito weg, drückt etwas lokale Währung Dollar in die Hand und sagt, you must be hungry und führt sie zu seinem Wagen, wo er sie wegfährt. Phuuuu, alleine wäre das wohl nicht ganz so einfach gewesen, denn Mojito ist aussen wirklich voll von Spinnweben und innen voll mit allerlei «Material» (Anm. d. Red. unter Material fallen allerlei Ersatzteile für Toyotas, ein grosser Schweinegrill mit Motor sowie ziemlich viel fränkischer Wein;-). Aber so können wir unser Zuhause schnell übernehmen. 

Am 9. Januar heisst es ein letztes Mal Big Boy anschieben. Wir fahren mit Mojito und Big Boy von Swakopmund zur Onjala Lodge um Big Boy in die Garage zu stellen. Mojito entladen und schnell wieder einladen, päff päff alles in allem eine Stunde, so hat Cello diese Aktion am 10. Januar geplant. Schlussendlich brauchen wir den ganzen Tag, um das komplette Material auszuladen und vor allem alles wieder so zu verstauen, wie wir dies gerne haben wollen.

 

Unsere erste Namibia-Reise mit Mojito beginnt am 11. Januar. Aufgrund der starken Regenfälle im Süden, haben wir erneut eine Reise in den Norden geplant – dieses Mal auf einkalkulierten Umwegen zu den Epupa Falls an der Grenze zu Angola. Zuerst kurz einkaufen in Windhoek und dann geht’s 236 Kilometer nordwärts zum Camping der Khan River Lodge, wo später Conny und Thomas zu uns stossen. Die Lodge verfügt über zwei grosse Plätze am Khan River, welcher angeblich am Tag zuvor ziemlich viel Wasser führte. Bei unserer Ankunft war das Flussbett bereits wieder trocken (das geht hier ziemlich schnell). Am Tag darauf hat Thomas Geburtstag und wir fahren zur Ugab Terrace Lodge, wo wir am Abend ein nettes Fläschchen Sekt kippen. Die Lodge selber hat wegen den wenigen Touristen bis Ende April geschlossen. Die Campsites am Fuss der Lodge sind jedoch offen und ein paar Mitarbeiter kümmern sich um den Unterhalt und den Garten. Es ist beeindrucken und bedrückend durch eine ausgestorbene Lodge zu laufen. Um die Kosten möglichst niedrig zu halten, haben die Lodges den grössten Teil des Personals entlassen (zum Vergleich: Auf Onjala wurde der Personalbestand von ca. 110 auf 14 Angestellte reduziert).

Am 13. Januar wäre ein Aufenthalt auf der Bambatsi Guestfarm geplant gewesen. Da aktuell nix läuft, buchen wir nie voraus und so kommt es, wie es irgendwann kommen musste: Wir stehen vor verschlossenen Toren und auch ein Anruf auf die publizierte Nummer bringt uns nicht weiter. Also entschliessen wir uns bis zum nächsten Ziel zu fahren und übernachten auf der Hoada Campsite. Die Hoada Campsite ist etwas zwischen den australischen Devils Marbels und der Flintstones-Filmkulisse. Alles wurde mit Steinen gebaut und der Pool befindet sich oberhalb zwischen den Felsen – ein sehr toller Ort.

Ach ja, bezüglich Empfehlungen: Wir haben beschlossen, unseren Empfehlungen schlussendlich eine eigene Seite zu widmen, damit Namibia Reisende unsere Erfahrungen und Empfehlungen auf einen Blick (und allenfalls einer Karte) nachlesen können. Deshalb verzichten wir ab sofort darauf, die Orte speziell hervorzuheben.

 

14. Januar: Weiter geht es via Grootberg-Pass zur Palmwag Lodge; eine schöne Lodge mit tollem Pool und schönen Stellplätzen. Die Lodge ist zudem bekannt für zahlreiche Besuche der grauen Dickhäuter. Leider zeigen sich diese bei unserem Aufenthalt nicht. Da wir mit zwei Fahrzeugen unterwegs sind, beschliessen wir statt der Fahrt auf der normalen unbefestigten Strasse, durch das Palmwag Nature Reserve zu fahren und lösen auf der Lodge den Permit mit einer Übernachtung. 

Am 15. Januar geht’s nun also ins Palmwag Nature Reserve. Viele Tiere bekommen wir nicht zu Gesicht, dafür eine traumhafte Landschaft. Auf der Mudorib Top Junction Campsite verbringen wir die Nacht (im Reserve gibt es einige Campsites ohne sanitäre Anlagern wo man nächtigen darf). Frühmorgens fahren wir weiter Richtung Hoanib River und Parkausgang. Beim Hoanib haben wir die Wahl durch das Hoanib-Flussbett nach Sesfontein zu fahren oder geradeaus direkt nach Purros. Da beide Fahrzeuge noch genügend Diesel haben und die Hoanib-Flussbettfahrt unglaublich sandig & staubig sein soll, entscheiden wir uns für die Piste direkt Richtung Purros. Die Strecke führt über sandige aber traumhafte 93 Kilometer nach Purros. Beim Purros Camping soll man angeblich schon fast Elefanten-Besuchs-Garantie haben. Leider haben wir den Platz ohne die Garantie gebucht, denn die Elefanten verstecken sich auch hier gekonnt vor uns. Gemäss dem Platzwart waren sie noch vor kurzem zu Besuch, was durch Hinterlassenschaften und Spuren sogar ersichtlich ist. Aber auch ohne Elefanten kommt Purros sofort auf die Liste unserer Lieblingsplätze. Jedes Camp ist grosszügig, naturbelassen und verfügt über Open-Air-Toilette-und-Dusche. 

Statt via Sesfontein nach Opuwo zu fahren, entscheiden wir uns für die einsamere D3707 – schliesslich sind wir ja zu viert und mit zwei Fahrzeugen unterwegs. Die Fahrt ist schön und meist einsam. Je nördlicher wir kommen, desto mehr rennen die Himba-Kinder aus den Hütten und betteln am Wegrand nach Süssigkeiten, Coca Cola und Wasser. 

 

Anmerkung: Bei den Himbas handelt es sich um die primär im Norden ansässige Volksgruppe, welche grösstenteils noch traditionell als Halbnomaden lebt. 

 

Geplant haben wir eine Übernachtung in der Hälfte der Strecke zwischen Purros und Opuwo auf der einzigen Campsite, welche wir bei Purros offline ausfindig machen konnten. Kurz nach zwölf Uhr kommen wir zu einem Schild, welches rechts in Richtung Hoarusib Campsite zeigt. Als wir zur Campsite fahren, stehen dort zwei Himba-Hirten-Kinder mit ihren Ziegen und zwei abgemagerten Hunden. Die Campsite selber ist ein sandiger Platz mit schöner Aussicht auf den Hoarusib, welcher an dieser Stelle sogar etwas Wasser führt. Schnell wird jedoch klar, dass wir diese Nacht nicht alleine verbringen würden, denn die Himbas kennen keine Berührungsängste und Privatsphäre (was nicht böse gemeint ist). Wir können uns nur schwer vorstellen, unter Beobachtung von eher unterernährten Menschen unser Nachtessen zu geniessen oder ein Geschäft zu verrichten. Und in Zeiten von Corona ist es auch nicht ganz einfach, permanent von fremden Menschen engumringt zu sein. Da wir zudem noch extrem früh unterwegs sind, entscheiden wir uns für die Weiterfahrt bis Opuwo. Opuwo wird jetzt unter Namibia-Kennern nicht gerade in den obersten Rängen der sehenswertesten Orte gehandelt, vielmehr ist es der letzte Ort mit Versorgungsmöglichkeiten für Ausflüge in den Norden. Auf dem Camping der Country Lodge treffen wir dann auch auf mit Gewehren bewaffnetes Bewachungspersonal.

Einkaufen, tanken und aus Opuwo abdüsen, steht am 18. Januar auf dem Programm. Als wir vor dem OK Foods aussteigen, werden wir sofort von bettelnden Kindern und Himba-Frauen, welche uns ihren Schmuck verkaufen wollen, belagert. Wir entscheiden uns diesmal nicht nur auf die örtliche Parkwache zu verlassen, sondern stellen auch selber noch eine Wache. Derjenige der draussen bleibt muss hart im Nehmen sein, denn die bettelnden Kinder lassen keine Sekunde locker und auch die Himba-Damen nehmen alle zwei Minuten einen neuen Anlauf. Masken werden im Norden keine getragen, was die Situation noch unangenehmer macht. Beim Einladen der Einkäufe muss man gut schauen, dass diese im Fahrzeug landen und nicht vorher einen anderen Weg nehmen. Irgendwann haben wir es geschafft und machen uns auf die 175 Kilometer zu den Epupa Falls, wo wir zwei Nächte bleiben.

 

Die Falls sind eindrücklich und unsere Campsite auf dem Omarunga Epupa Camp befindet sich direkt am Wasser. Der 19. Januar 2021 soll ein legendärer Tag werden; nicht weil Cello Geburtstag hat, sondern weil wir uns vorgenommen haben, dass es unser letzter Tag mit Zigis sein soll und so rauchen wir als gebe es kein Morgen mehr. Pünktlich um 23:55 Uhr zünden wir unseren letzten Glimstengel an. Die übriggebliebenen Kippen (ok, viele sind es nicht mehr) deponieren wir am 20. Januar vor unserer Abfahrt bei der Feuerstelle. 

20. Januar oder Tag 1 ohne Zigaretten: Wir fahren am Kunene entlang zur Kunene River Loge. Als wir unterwegs Holz kaufen, hält ein spanisches Paar am Strassenrand und fragt uns, ob alles ok ist. Wir sehen die beiden auf dem Campingplatz bei der Lodge wieder. Die Strecke am Fluss entlang ist eigentlich sehr schön, aber aktuell macht das Leben für uns keinen Sinn mehr, da in unseren Köpfen nur ein Thema umherschwebt: Wieso haben wir eigentlich in einem Land aufgehört zu rauchen, in dem die Zigaretten scheissbillig sind?!?

 

21. Januar oder Tag 2 ohne Zigis: Wir wollen den Spanier tschüss sagen und bleiben hängen. Dotore Felippe und seine Ortensia sind sauglatt und wir entscheiden uns spontan noch eine Nacht zu bleiben. Dotore Felippe bietet Cello ein ärztliches Zeugnis für einen Raucher-Tag an, was Iron-Tanja verhindert. Der Tag ist die wohl krasseste selbst auferlegte Prüfung: Ab 12:15 Uhr startet der spanische Apéro und wir killen eine Flasche Wein nach der anderen. Ortensia raucht genüsslich hin und wieder eine Zigarette und Dotore Felippe smökt hin und wieder einen Joint. Ortensia erzählt uns, dass sie auch schon aufgehört habe zu rauchen und auf Dotore Felippes Rat hin, die Zigaretten mit Joints ersetzt habe. Dummerweise hätte sie dann einfach gleichviel Joints geraucht wie früher Zigis und sei ab 9:30 Uhr morgens high gewesen. Jetzt raucht sie primär Zigaretten. Was uns anbelangt, Cello wäre ohne Iron-Tanja schon kurz nach dem Start des Apéros gefallen. Iron-Tanja verhindert dies und stellt klar, dass die verdammte Kack-Idee mit dem Aufhören nicht von ihr stammt und bei einer Wiederaufnahme auch kein zweites Wiederaufhören stattfinden würde. Fazit: Das Leben macht keinen Sinn mehr – wir könnten eigentlich im Kunene River eine Runde mit den Krokodilen schwimmen gehen (unser Gemütszustand ist im Keller).

22. Januar oder Tag 3 ohne Zigi: Wir fahren via Ruacana zum Galton Gate des Etosha Parks auf den Roadside Camping der Hobatere Lodge. Sensationeller Platz, alles neu gemacht mit privatem Sitzplatz, runder Feuerstelle, Openair-Toilette und Dusche. Aber wir können es nicht lange geniessen, denn nach rund 20 Minuten schüttet es wie aus Kübeln. Wir wollen nur noch rauchen, egal was. Glücklicherweise ist alles nass und würde nicht brennen!

23. Januar oder Tag 4 ohne Zigi: Einmal mehr fahren wir nach Otjiwarongo und nächtigen in der Out of Africa Town Lodge. Nichts ist wie früher, denn der Gedanke mit einem Bier in der Aussenlounge zu sitzen und nicht rauchen zu können, ist unerträglich. Wir gehen früh pennen.

 

24. Januar oder Tag 5 ohne Zigi: Obwohl das Leben wenig Sinn macht, stehen wir morgens auf und gehen in Otjiwarongo spazieren. Der Rest ist nicht erwähnenswert. 

 

25. Januar oder Tag 6 ohne Zigi: Wir gehen in Otjiwarongo zu Home Affairs für die Visumsverlängerung. Schon an der Türe werden wir zu Home Affairs nach Windhoek verwiesen – wie ist das nun mit «you can do it in every Home Affairs»? Da wir keine geraucht haben, verdreschen wir den Türsteher beinahe, können uns aber gerade noch zurückhalten. Wir essen auf dem Zimmer; ist einfacher nicht ans Rauchen zu denken.

 

26. Januar oder Tag 7 ohne Zigi: Auf nach Windhoek zu Home Affairs. An der Hauptstrasse gibt es keine Parkplätze mehr. Hinter dem Gebäude werden wir von Junkies eingewiesen und lassen mit einem schalen Magen Mojito zurück und von denen bewachen. Nach 30 Minuten anstehen sind wir dran und werden gleich einmal zusammengeschissen, wieso wir die Visumsverlängerung bei ihr (der Master-Extrem-Executive-Beamtin) machen wollen und nicht in Otjiwarongo oder auf irgendeinem anderen Home Affairs beantragen. Unsere Antwort, dass uns der Beamte in Otjiwarongo nach Windhoek geschickt hat, ist ihr scheissegal. Da wir aber die Gebühr bereits bezahlt haben, nimmt sie unseren Antrag für die Verlängerung bis am 15. Mai 2021 widerwillig entgegen. Unsere fein säuberlich gebüschelten Zusatzinformationen will sie nicht. Als wir Home Affairs verlassen wollen, werden wir von der Aussentheke-Chef-Beamtin informiert, dass man uns beobachtet habe. Unsere modernen Handys seien etwas gar gut sichtbar. Sie werde uns zusammen mit einer Polizistin zu Mojito begleiten. Gesagt getan; wir laufen mit Polizeieskorte bei den Junkies (unseren Autobewachern) ein. Offenbar denken diese, dass wir die Polizistin wegen ihnen bestellt hätten und drehen fast durch. Nachdem wir sowohl den Beamten wie auch den Bewachern ein Trinkgeld gegeben haben, fahren wir wieder los. Auf Mojito wurde gut aufgepasst aber die Situation war dennoch nervenaufreibend und es wäre Zeit für mindestens drei Zigaretten aufs Mal. Wir fahren zum Urban Camp, einem coolen Campingplatz im Herzen von Windhoek. Am Abend essen wir im Restaurant und müssen zusehen (und riechen), wie alle um uns herum RAUCHEN! Die Lust nach Kippen ist unermesslich gross und wir fragen uns erneut, wieso haben wir in Namibia mit unserem Laster aufgehört….

 

27. Januar oder Tag 8 ohne Zigi: Der Visumentscheid ist auf den 28igsten angesagt. Also gehen wir etwas shoppen in Windhoek und planen unsere nächste Tour. Wir sitzen wieder im coolen Bar- und Poolbereich von Urban Camp. Offenbar ist es ein Feierabend-Bier-Treffpunkt von weissen einheimischen Rauchern – wir widerstehen widerwillig.

 

28. Januar oder Tag 9 ohne Zigi: Gegen die Empfehlung der Dame beim Campingplatz, laufen wir angeblich offensichtlich als Touristen verkleidet zu Home Affairs.

8:00 Uhr ist Schalteröffnung. Wir sind natürlich etwas früher da. 

8:16 Uhr öffnet dann der Schalter – tja, man muss ja auch als Master-Extrem-Executive-Beamtin einmal ausschlafen dürfen. 

 

Nach rund 45 Minuten dürfen wir rein und werden aufgefordert die Erfolgsgebühr von total 1’000 namibischen Dollar zu bezahlen. Wir freuen uns riesig und bezahlen die Gebühr am Schalter nebenan gerne. Mit der Quittung geht’s von Schalter 5 wieder zu Schalter 3. Wir bekommen unsere Pässe, laufen weg und erinnern uns ans Erste Gebot: Kontrolliere was im Pass steht! Tja, wir staunen nicht schlecht; unser Visum wurde verlängert. …aber nur bis zum 30. März. Die Verlängerung, welche wir in Walvis Bay vor drei Wochen quasi sofort hätten machen können. Zurück beim Schalter fragen wir nach dem Grund und dass wir ja die Erfolgsgebühr für unseren bewilligten Antrag bezahlt hätten. Sagen wir es mal so; wer in der Schweiz vor 40 Jahren (als unsere Ämter noch richtige Ämter mit Beamten und keine Dienstleister waren) an den schweizweit schlechtest gelaunten Beamten geraten wäre, hätte sich im Vergleich zu hier freundlich behandelt gefühlt. Wir erfahren einzig, dass wir ja wieder einen Antrag stellen können. Diskutieren macht keinen Sinn. Also nehmen wir besser was wir gekriegt haben und soooo schlecht ist das ja auch nicht. Nichtrauchend schlendern wir zum Camping zurück um mit Mojito die zweite Reise zu starten. Wir gehen noch bei Superspar einkaufen; und scheisse, ist das billig ohne Zigis. Weit verfehlt, wer jetzt glaubt, dass wir froh darüber sind. Wir würden locker das dreifache für Zigaretten bezahlen aber wir bleiben hart! Danach fahren wir Richtung Walvis Bay. Wir kommen so gut voran, dass wir schlussendlich durchfahren und gegen Abend auf dem Camping in Walvis ankommen. Je weniger Zeit zum Chillen, desto weniger Zeit um über das Rauchen nachzudenken. Neben uns parkiert noch ein junges Paar aus der Schweiz mit ihrem Mietwagen.

29. Januar oder Tag 10 ohne Zigi: Wir treffen uns mit Eddi (unser gegen Entgeld Mojito schnell aus dem Container Helfer). Seit einigen Monaten reisen uns Visitenkarten um die halbe Welt hinterher und Eddi hat diese per Post erhalten. Ja, damit wir nicht immer unsere Webseite und Instagram-Adresse aufschreiben müssen, haben wir als hochkarätige Influencer, Visitenkarten bestellt. Dies zum Zeitpunkt als wir bei Tom gestanden sind und viel Zeit hatten. Die Lieferzeit wäre damals fünf Tage gewesen. Nach sechs Tagen haben wir uns erkundigt, wo sie bleiben. Die Antwort war, dass sie sofort produziert und versendet werden. Nach zehn Tagen sind wir ohne Visitenkarten nach Hamburg gereist. Am elften Tag sind sie bei Tom angekommen. Tom hat die Karten netterweise dem Spediteur geschickt, um diese in Mojito zu legen. Offenbar hat der Spediteur dies nicht gemacht, denn Mojito kam ohne Visitenkarten an. Dafür hat uns Eddi beim Ausladen gesagt, dass ein Paket an seine Adresse auf unseren Namen unterwegs sei. Eddi fuhr mit uns am Freitag als Mojito ankam noch zu NamPost wo wir erfuhren, dass die Visitenkarten am Montag vielleicht geliefert werden – also wieder knapp vorbei.

 

Zurück zu Eddi; Wiedersehen macht Freude und so plaudern wir ziemlich lange miteinander. Diesmal nehmen wir die Visitenkarten sogar mit;-). Ach ja, wer nach Namibia verschiffen möchte, dem können wir Eddi’s Service sehr empfehlen (Details findet ihr auf unserer Webseite auf der Namibia-Übersicht-Seite). Da Walvis Bay (sorry Eddi) jetzt nicht soooo der Place to be ist, fahren wir weiter auf den Campingplatz Alte Brücke bei Swakopmund. Hier waren wir auch schon mit Heiner aber ohne rauchen ist es nicht das Gleiche. Das junge Paar aus der Schweiz kommt ebenfalls am Abend auf dem Platz an.

 

30. Januar oder Tag 11 ohne Zigi: Wir wollen zu Fuss ins Zentrum von Swakop. Bevor wir loslegen kommen uns Tamara & Patrick (das Schweizer Paar) tschüss sagen, da sie weiterziehen wollten. Wir kommen ins Gespräch und entscheiden uns, am Tag darauf zusammen ein paar einsamere Strecken zu fahren. Sie bleiben somit eine weitere Nacht auf dem Campingplatz Alte Brücke. Nichtrauchen ist (erstmals) nicht mehr ganz so schlimm. …aber am Abend vor dem Lagerfeuer sitzen ist immer noch scheisse!

 

31. Januar oder Tag 12 ohne Zigi: Cape Cross mit seiner weltweit berüchtigten Robbenkolonie ist das vereinbarte Ziel. Wir fahren schon mal voraus zur Cape Cross Lodge & Camping. Nach dem Campingplatzbezug fahren wir zur Robbenkolonie. Ok, wir haben viel darüber gelesen, dass es ordentlich stinkt. Was wir dann antreffen, haben wir dennoch in unseren kühnsten Träumen nicht erwartet. Ohne die Corona Maske wäre der bestialische Geruch nach Verwesung unaushaltbar gewesen. Robben soweit das Auge reicht und unzählige Tote Junge. Schnell den Steg runter für zwei, drei Fotos und zurück zum Auto. Während die Gruppe vor uns schon über eine Stunde dort ist, können wir es nach zehn Minuten nicht erwarten, endlich wieder wegzukommen. Den Abend grillen wir mit Tamara & Patrick – zum Glück sind es Nichtraucher, sonst wäre es schwierig geworden.

1. – 4. Februar oder die nächsten Tage ohne Zigi: Von Cape Cross fahren wir eine Hardcore Wellblechstrecke zum Messum Krater. Eigentlich wollten wir dort unser Camp aufschlagen. Da es aber erst zwölf Uhr ist und weit und breit keinen Baum hat, fahren wir weiter nach West Brandberg zum Rhino Camp (wo wir schon einmal waren). Tags darauf fahren wir wieder die schöne Strecke Richtung Twyfelfontein und übernachten auf dem edlen Campground der traumhaften Mowani Mountain Lodge. Am 3. verabschieden wir uns und fahren weiter nach Palmwag. Elefanten sehen wir leider wieder keine, dafür stossen am späteren Abend Tamara und Patrick wieder zu uns. Da wir noch eine Nacht bleiben, trennen sich die Wege dann am 4. Februar definitiv. Ach ja und die Zigaretten… …wir würden hin und wieder soooo gerne eine Zigarette rauchen aber das Verlangen nimmt langsam ab.

Am 5. Februar 2021 fahren auch wir weiter und kommen am frühen Nachmittag auf dem Ongongo Waterfall Camping an. Der Campground verfügt über eine Quelle, welche über einen Wasserfall einen natürlichen Pool speist. Mit N$ 300 pro Person/Nacht ist es eines der teuersten Pflaster in Namibia. Er wurde uns von verschiedenen Leuten empfohlen aber wir werden nicht richtig warm mit der Anlage. Uns kommt es hier charakterlos vor. Wir beziehen den Platz Nummer eins in unmittelbarer Poolnähe. Vis-a-vis und direkt beim Durchgang zum Pool befinden sich unsere Dusche und Toilette. Wie bei vielen teureren Campgrounds verfügt jeder Platz über eigene sanitäre Anlagen. Am Abend dann der Supergau; eine Gruppe mit zwölf Fahrzeugen und 24 Personen kommen an. Wir haben wirklich nichts gegen andere Leute und freuen uns normalerweise sehr über Kontakt. In diesem Fall kommen sie jedoch wie Heuschrecken über den Platz. Nachdem wir innerhalb von 20 Minuten vier Personen darauf hinweisen müssen, dass dies unsere private Toilette und Dusche sei, wird es Mühsam. Insbesondere weil einige finden, dass wir intolerant seien. Während sich unsere direkten Platznachbarn für die Benutzung entschuldigen, wird es für einige der Gruppe offenbar ein Running Gag unsere sanitären Installationen zu gebrauchen. In der Nacht treffen wir unser WC mit Hinterlassenschaften an und als am Morgen Tanja aus dem Bett einen älteren Mann darauf hinweist, dass dies unsere Toilette sei, sagte dieser auf Deutsch: sie solle die Fresse halten. Schwups Cello springt aus dem Bett und aus Mojito. Als der alte Wixer aus der Toilette kommt, fallen weniger schöne Worte. Wir seien scheiss Schweizer und sollen zu Hause bleiben. Tja, ein unerfreuliches Erlebnis, welches zusätzlich dazu beiträgt, dass wir sicher nicht mehr auf diesen Platz gehen werden.

 

 

Wir sind froh, dass wir gehen können und fahren am 6. Februar erneut nach Purros. Diesmal die eigentliche «Hauptstrasse», welche sich schnell als eine der übelsten Pisten bisher herausstellt. Mojito und wir werden während drei Stunden durchgeschüttelt.

 

 

In Purros stellen wir uns dieses Mal auf Platz Nummer drei. Am Abend geniessen wir Pasta und Rindsroulade aus Franken. Die Roulade haben wir als Teil eines Weihnachts-Geschenk-Pakets von unseren Freunden Daniela & Christian aus Markt Bibart erhalten. Herzlichen Dank euch beiden, ihr seid Goldschätze und die Roulade war extrem fein (wir freuen uns schon auf die Zweite)!

 

 

An dieser Stelle machen wir eine Blogpause und verweisen auf den Special-Moments-Blog mit den Elefanten – bald geht es weiter;-)

Und noch ein paar Bilder aus der Natur

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Ursi
Ursi
4 years ago

Mega, dass ihr beide keine Zigis mehr braucht♡♡