Im und um Moremi Game Reserve (GR)
Für die Kurzleser:
24. – 30.4. Alles für die Katze im berühmten Moremi Game Reserve; 30.4. – 2.5. Auf der Mogotho Community Campsite gibt’s Elefanten am Tag und in der Nacht; 2.5. Badende Elefanten im Mbudi Camp; ab 3.5. Maun again…
Für diejenigen mit etwas mehr Zeit:
24. April 2021: Voll ausgerüstet fahren wir Richtung Moremi Game Reserve. Moremi GR und Chobe NP sind die zwei wohl bekanntesten Parks in Botswana. Der Moremi war wegen dem vielen Wasser Anfang Jahr geschlossen und hat erst kürzlich wieder geöffnet. Unser Ziel wäre das Camp «Third Bridge» gewesen. Leider stehen noch weite Teile des Parks unter Wasser und auch die first, second und third-Brücke sind beschädigt. In der Konsequenz ist das Camp natürlich geschlossen. Da die Camps hier normalerweise über ein Jahr vorher ausgebucht sind und das Highlight-Camp geschlossen ist, haben wir ausnahmsweise brav in Maun zwei Nächte im Camp Xakanaxa gebucht.
Unser Plan ist, dass wir zwei Nächte auf Xakanaxa verbringen, dann nach Khwai fahren und dort spontan weiterschauen. Am South Gate erfahren wir, dass die Strecke deep sandy und bumpy sein soll und, dass der «direkte» Weg von Xakanaxa nach Khwai wegen dem vielen Wasser unpassierbar ist. Man müsse wieder zurück zum South Gate fahren– ein Umweg von gut 50 Kilometer. Auf Nachfrage, wie verlässlich die Information sei, meint die Dame: Keine Ahnung, es sei schon lange niemand mehr von der Belegschaft durchgefahren…
Los geht’s Richtung Xakanaxa. Weit kommen wir nicht. Schon nach einigen hundert Metern kreuzen uns Sabine und Ralf, ein in Südafrika wohnendes, sympathisches Deutsches Paar. Wir wechseln ein paar Worte und verabreden uns für den nächsten Abend in Xakanaxa. Die beiden sind noch eine Nacht im South Gate Camp und kommen dann hoch. Also geht’s ein bisschen weiter, bis wir Heidi und Peter kreuzen. Ein in der Schweiz lebendes und ebenfalls sympathisches Deutsches Paar. Nach einem Schwatz geht’s dann Vollgas weiter Richtung Xakanaxa. Es ist es weit weniger sandig als erwartet, aber vielleicht sind wir uns einfach schon deutlich krasseres gewöhnt.
Zurück zum Moremi GR: Moremi ist besonders für seine Vielzahl an Tieren bekannt. Während man in der Trockenzeit lediglich zu den Wasserlöchern fahren muss, um Massen von Tieren zu sehen, muss man sich aktuell – wo 80 % des Parks unter Wasser stehen – etwas mehr bemühen. Wir werden dennoch nicht enttäuscht. Auf dem Weg nach Xakanaxa sehen wir Kudus, Büffel, Springböcke und Elefanten – viele Elefanten. Manchmal einzelne und manchmal ganze Herden. Einmal sogar eine Herde mit zwei zuckersüssen kleinen Babys! Kurz vor dem Camp stehen zwei Elefanten direkt neben der Strasse. Sie scheinen sich schon an Touristen gewöhnt zu haben, denn als wir mit aller Vorsicht vorbeifahren, würdigen sie uns keines Blickes – für uns trotzdem ein Abenteuer.
Das Camp selber liegt direkt am Okavango. Unser Platz somit ein paar Meter vom Wasser entfernt. Nicki, die Aufseherin vom Xakanaxa Camp erklärt uns, dass die beiden Elefanten tagsüber meist durchs Camp wandern. Ausserdem kommen nachts die Hippos aus dem Wasser, um in unmittelbarer Nähe zu grasen. Wir sollen immer genügend Abstand halten und gut aufpassen, dass die Tiere nicht erschrecken. Ebenfalls sollen wir doch bitte auf Wanderungen verzichten, denn es treibe sich ein verletzter und deshalb ziemlich aggressiver Büffel herum. Nachts auch schon gesehen worden seien Löwen und Hyänen.
Wir geniessen den Nachmittag mit viel Hippo-Gebrüll. Am Abend hören wir die Hippos näherkommen. Sehen tun wir leider keinen, denn unsere sieben jungen Nachbarn machen ordentlich Lärm, sodass die scheuen Tiere wohl kurz vorher umdrehen. Aus dem Schlaf gerissen, höre ich etwas laut auf unserem Platz schnüffeln. Als ich die Taschenlampe zücke, erwarte ich eine Hyäne. Zu sehen bekomme ich ein süsses Stachelschwein (Porcupine).
Das Frühstück wird von Hippo-Gebrüll und Rascheln begleitet. Irgendwann kommt das Rascheln im Gebüsch näher und plötzlich streckt ein Hippo vor uns den Kopf aus dem Schilf (vor uns bedeutet etwa 15 Meter entfernt). Der Hippo beobachtet uns aufmerksam und wir sind bereit zur Flucht. Wir wissen, dass er schnell ist, aber als er aus dem Schilf stürmt, geht’s viel schneller als erwartet. Der dicke Bulle* ist viel schneller als wir dachten. Zum Glück hat er Angst vor uns und rennt in die Gegenrichtung. Er bleibt auf unserer Höhe, gute 20 Meter von uns entfernt, stehen. Immer wieder macht er ein paar Schritte auf uns zu und geht dann wieder zurück – wahrscheinlich sitzen wir am Rande seiner bevorzugten Strecke. Wir wollen uns zurückziehen, aber er hat sich schon für den längeren Weg durch den Busch entschieden.
*Wie man erkennt, ob es ein Bulle ist: Bei Hippos und Elefanten ist dies selbst in eingezogenem Zustand sehr einfach, respektive offensichtlich. Oftmals ist das Gehenk ausgefahren und dann sind die bis zu einem Meter unübersehbar.
Nach diesem Erlebnis fahren wir zu den Paradise Pools; einer Ansammlung von Wasserlöchern mit abgestorbenen Bäumen. Anschliessend wollen wir die direkte Strecke von Xakanaxa nach Khwai testen. Nach zehn Kilometer kommen wir zu einer Stelle mit Wasser und sehen auf der anderen Seite ein Fahrzeug verschwinden – ist dieser durchgefahren oder hat er umgedreht? …die Spuren deuten auf durchgefahren. Die Wasserstelle scheint recht lange zu sein. Genau kann man das nicht sagen, denn es geht um die Ecke. Bevor wir durchfahren, ziehe ich noch die Wasserschuhe an und begebe mich in die Fluten. Nach gut zehn Metern ist das Wasser rund 40 Zentimeter tief und der Boden fest. Aber was ist eigentlich mit Krokodilen?!? Ich schaue zurück und frage Tanja. Sie hebt die Schulter. Also schnell wieder aus dem Wasser. Wir entscheiden uns für die Durchfahrt, denn schliesslich ist Mojito ja ein Buschtaxi und hat notfalls eine Winde (wobei ich wahrscheinlich heute nicht hier schreiben würde/könnte, wenn wir die gebraucht hätten). Die erste Stelle ist geschätzte 30 Meter weit und bleibt gute 40 Zentimeter tief. Dann kommt eine kurze Insel bevor es geschätzte 15 Meter weit, etwas tiefer geht. Dann folgt wieder eine kleine Insel und vor uns taucht ein nochmals etwa 10 Meter langes Becken auf. Als wir reinfahren merken wir schnell, dass es tiefer wird und in der Mitte ist dann Mojitos Haube fast unter Wasser. Da bis oben zum Schnorchel noch weit über einen Meter fehlen, ist dies für Mojito kein Problem und so lassen wir ihn schön austropfen, als wir aus dem Wasser sind – was für ein Spass!😍😎🤓🤩
Wir sehen viele Elefanten; ein Paar steht uns längere Zeit direkt im und auf dem Weg. Wir haben immer noch riesigen Respekt und halten Abstand, bis die Dickhäuter den Weg freigeben. Im Camp angekommen, sehen wir Becarellis auf dem Campground neben uns. Wir kochen getrennt zusammen, wie man so schön sagt und nach dem Essen gesellen sich noch Sabine und Ralf (das in Südafrika lebende deutsche Paar – siehe Bloganfang) zu uns. Wir verbringen den Abend mit guten Gesprächen, Räubergeschichten, Wein, Dessert von Corinne (möglicherweise haben Becarellis ihren Hochzeitstag, aber so genau wissen die Beiden das nicht mehr) und vertreiben dieses Mal lautstark selber die Hippos🤣🙈.
Irgendwie ist es schön hier, und so entscheiden wir spontan noch eine Nacht zu bleiben. Nach dem Frühstück fahren wir in Richtung «Third Bridge» – wir wollen mal schauen, wie weit wir kommen, denn Richtung Khwai ging es ja auch, obwohl die Park-Angestellten dies verneint haben. Weit kommen wir nicht; zwölf Kilometer später stehen wir vor einer spektakulären Wasserdurchfahrt. Da alle Spuren auf Umdrehen deuten und das Wasser tief ausschaut, wollen wir umdrehen. Als sich uns dann noch ein Hippo mit lautem Gebrüll nähert und hinter uns ein Krokodil durchschwimmt, ist der Fall klar – hier gibt’s kein Durchkommen und scheisse, hier gibt’s tatsächlich Krokodile!
Stattdessen fahren wir offroad auf ein paar Nebensträsschen zurück. Manchmal geht es weiter, manchmal endet es an riesigen Wasserstellen. Wir sehen unzählige Spring- und Wasserböcke und viele Hippos – teilweise aus nächster Nähe. Löwen, Cheetas und Leoparden lassen sich leider keine Blicken.
Wir waren bisher auf dem Platz Nummer 5 und haben erfahren, dass die Hippos bei den Plätzen 8 – 10 aus dem Wasser kommen und die zwei Haus-Elefanten dort baden gehen. Da wir unsere Sachen am Morgen sowieso zusammengeräumt haben – wir hatten ja keine Reservation mehr – fahren wir zu diesen Plätzen. Auf der 8 treffen wir Sabine und Ralf und bleiben hängen. Wir quatschen so lange, bis 9 und 10 belegt sind. Sabine und Ralf bieten uns an zu bleiben, was wir dankend annehmen (die Plätze sind gross, aber dennoch ist dies nicht selbstverständlich – in diesem Sinne noch einmal herzlichen Dank Sabine und Ralf). Wir verbringen einen weiteren schönen Abend und beschliessen die abenteuerliche Fahrt nach Khwai am nächsten Tag gemeinsam anzugehen.
Die Nacht verläuft weniger erfreulich. Hippos bleiben im Wasser und Elefanten baden nicht. Dafür ist mir schlecht, der Magen rumort und ich kann nicht schlafen. Am Morgen fühle ich mich kränklich und wir ziehen kurz in Erwägung, nach Maun zu fahren. Da dies aber keinen Vorteil bietet, beschliessen wir nach Khwai aufzubrechen. Auf der Fahrt sehen wir Giraffen, Springböcke und natürlich Elefanten. Sabine und Ralf haben ein Booking im Khwai North Gate Camp. Wir wollen eigentlich weiter nach Mogotho, einem Community Camp mit natürlichen Campgrounds (ohne Toilette usw.) ausserhalb des Moremi GR. Als wir in Khwai ankommen, hat sich mein Zustand verschlechtert, sodass wir ebenfalls hier ein Platz buchen. Immerhin hat es hier Duschen und Toiletten; beides begrüsse ich aktuell sehr. Trotz angezeigter 45 Grad auf der Schlafebene, verschlafe ich den Nachmittag. Als wir (respektive meist Tanja) früh kochen, hören wir es knacken im Gebüsch. Und plötzlich guckt uns ein Elefant aus dem Gebüsch an, schüttelt den Kopf und dreht um. Wir geniessen fasziniert den kurzen Moment!
Am nächsten Morgen geht es mir etwas besser. Uns gefällt’s hier und obwohl unsere Notfalltoilette glücklicherweise unangetastet bleibt, stehen Duschen & Toiletten nach wie vor hoch im Kurs😲😱🙈🤣. So verlängern wir noch eine Nacht und freuen uns schon jetzt auf weiteren Besuch von Elefanten. Zuerst kommen Sabine und Ralf zu Besuch und erzählen uns vom vorabendlichen Martyrium. Sie blieben gegen vier in seichtem Wasser mit ihrem Auto stecken. Nachdem zuerst niemand geholfen hat, vergräbt sich dann die belgische Hilfe noch fester. Erst gegen sieben Uhr kommen sie durch Hilfe aus dem Camp frei. Der üble Zufall will es, dass sie bereits wieder auf Game-Drive waren, als wir sie über unseren Verbleib auf MK7 informieren wollten. So hat uns Sabine im Camp gesucht – schliesslich hätten wir ja eine Seilwinde gehabt – aber nicht gefunden. Und unsere Seilwinde bleibt jungfräulich.
Den nächsten Tag gehen wir ruhig an. Tanja backt im Omnia feines Focaccia (Brot) und ich verschlafe erneut den halben Tag. Der erhoffte Elefantenbesuch trifft auch ein. Zuerst kommen drei Elefanten aus dem Gebüsch. Als sie uns erblicken, drehen sie ab und verschwinden neben uns wieder im Busch. Ein wenig später wiederholt sich das Szenario mit einem Bullen – ach, es ist immer wieder so aufregend!
Am Abend kommen Sabine und Ralf auf ein Glas Wein vorbei. Zuerst Ralf und dann Sabine. Sabine berichtet von einer grossen Hyäne, welche auf ihrem Campground rumgeschlichen ist. Es ist bereits stockdunkel als plötzlich etwas zwei Meter hinter den beiden vorbeihuscht. Licht an und siehe da – die Hyäne schleicht ruhig hinter den beiden durch. Ein imposantes grosses Exemplar! Kurze Zeit später machen wir noch einmal das Licht an: Diesmal schleicht das Tier einen Meter hinter Tanja durch. Trotz dem Licht läuft sie seelenruhig über unser Camp. Wir rücken näher und das Schauspiel wiederholt sich noch ein paar wenige Male.
Am 30. April ist es Zeit dem Moremi GR Tschüss zu sagen. Wir fahren über die Holzbrücke aus dem Park mit dem Ziel: Mogotho Cummunity Camp.
Das Office befindet sich kurz nach dem Gate zum Moremi. Wir erkundigen uns für eine Nacht. Tanja und ich haben uns nicht abgesprochen. Die Dame sagt mir: 250 Pula pro Person pro Nacht.
Ich sage ihr, dass dies viel zu viel sei und sie uns ein Discount geben soll.
Sie sagt mir, dass dies bereits der Preis mit Discount sei, denn normalerweise seien es 350 Pula.
Ich sage ihr, dass mir dies egal sei und sie uns ein Discount geben soll.
Sie sagt mir, dass der Discount bereits inkludiert sei.
Ich sage ihr erneut, dass mir dies sowas von egal sei und wir einen Discount wollen.
Die Verhandlungen verhärten sich.
Sie sagt, dass sie es nun noch einmal für Minderbemittelte versuche zu erklären: Der Disccount sei bereits inbegriffen.
Ich sage ihr, dass ich das verstehe, aber mir dies egal sei und sie nun die Option habe, uns einen Discount zu geben oder wir nach Maun fahren.
Sie sagt mir giftig, der Discount sei bereits inbegriffen und ich solle nach Maun fahren.
Ich schaue ins Auto und stosse auf Tanjas entgeisterte Blicke.
Tanja erklärt mir, dass hier gemäss Berichten nichts unter 350 ginge und 250 ein guter Preis sei.
Ich frage sie, ob wir denn das Angebot annehmen sollen.
Sie meint, dass dies wohl zu spät sei, da ich ja gesagt habe, dass wir ohne Discount nach Maun fahren.
Ich versichere ihr, dass ich die Situation retten kann. Schliesslich wollen die ja die Kohle.
Sie sagt mir, dass ich das doch bitte versuchen soll.
Ich drehe mich zur Verhandlungsführerin und frage in zuckersüssem Ton noch einmal, ob dies wirklich ihr allerallerletztes Angebot sei und sie nicht eine Ausnahme machen könne.
Sie antwortet mir nicht mehr ganz so giftig, aber bestimmt: NEIN!
Ich sage ihr, dass wir dann ihr Angebot dankbar annehmen würden.
Um die Stimmung weiter aufzulockern, frage ich noch in lieblichem Ton nach ihrem bevorzugten Platz.
Sie antwortet schon fast gar nicht mehr giftig: Die 13.
Sie füllt die Quittung aus, nimmt die Kohle und wünscht uns immerhin noch einen schönen Tag.
Verhandlung erfolgreich beendet! 🤣🙈
Mogotho Cummunity Camp: Das Camp verfügt über 14 Plätze, welche sich auf gut drei Kilometer verteilen. Es gibt zwei Toilettenhäuschen, die man angeblich nicht von Innen sehen möchte (wir haben sie nicht getestet und hoffen, dass wir niemandem Unrecht tun). Als wir ankommen, sind erstaunlicherweise viele der Camps belegt. Ob die Leute gebucht und bezahlt haben, steht in den Sternen, denn etwas wie ein Ranger gibt es nicht. Auf Camp 13 stehen Zelte und Equipment einer Mobil Safari. Während der Himmel immer dunkler wird, fahren wir schnell alle Camps ab und entscheiden uns für die Nr. 7. Camp 7 liegt weit entfernt der zwei Hauptansammlungen der Camps, welche sich jeweils um ein Toilettenhäuschen reihen. Camp 7 ist ein riesiger Platz mit Feuer- und Braaistelle. Als wir ankommen, regnet es und als ich aussteige, riecht es wie im Elefantengehege. Ok, von den Elefanten liegt auch ordentlich was rum. Wir parken provisorisch und bleiben während des Regenschauers drinnen. Um 15:00 Uhr ist der Spuk vorbei und wir richten uns ein.
Betrübt begutachtet Tanja die Hinterlassenschaften der Dickhäuter und meint enttäuscht: «Es stinkt hier zwar wie im Zoo, aber es ist alles alt Kake!» Käke, das ist richtig und erweist sich doch als falsch!
Als der Sand trocknet, verschwindet glücklicherweise auch der Zoogeruch (ein Bisschen). Wir geniessen auf unserem Camp den Nachmittag als es gegen 16:55 Uhr vor uns im Busch knackt und raschelt. Ein mittelgrosser Bulle kommt aus dem Busch und steuert direkt auf uns zu. Er hat uns noch nicht bemerkt und so kommen wir aus der Deckung. Als er uns sieht, zögert er kurz und dreht dann von uns weg, Richtung Nachbarsbaum. Diesen schüttelt er einmal komplett durch, um an seine geliebten halbmondartigen Früchte zu kommen.
Wir sind in unser Kartenspiel vertieft, aber dennoch eigentlich nicht taub, als wir bemerken, dass sich ein weiterer Dickhäuter angeschlichen hat. Rund 15 Meter entfernt steht er und beobachtet uns aufmerksam. Als wir ruhig aufstehen, um zu Mojito zu gehen um ein bisschen Abstand zu gewinnen, zieht er in die andere Richtung davon und bedient sich ebenfalls am Nachbarsbaum.
Und wieder raschelt es im Busch neben uns. Wir beobachten eine grössere Herde hinter den Büschen. Plötzlich kommt eine Elefantendame direkt auf uns zugesteuert. Gute 20 Meter vor uns stoppt sie und schwankt hin und her. Wir gehen ein paar Schritte zurück. Sie lässt uns nicht aus den Augen, schnaubt und schwankt weiter hin und her. Weitere 20 Meter hinter ihr erscheint plötzlich die Herde; zuerst zwei Mütter, dann ein kleiner Babyelefant, zwei Kids, eine Mutter, nochmal ein Babyelefant und weitere zwei Damen. Als die Tiere gute 100 Meter von uns entfernt sind, wendet sich auch die Elefantendame von uns ab und folgt der Herde. Wooow, was für ein Spektakel! Da wurden wir doch tatsächlich von der Elefantendame in Schach gehalten. Es wäre wohl nur die zweitbeste Idee gewesen, sich der Herde zu nähern🤔😱🤣🙈.
Wir kriegen noch ein paar weitere Besuche und als wir vor dem Feuer sitzen, unsere Lauscher spitzen, hören wir es hin und wieder rascheln und schnorchelnd Schnaufen. Irgendwo um uns sind sie…
Die Nacht lässt sich wie folgt beschreiben: Offenbar befinden wir uns auf einer Elefanten-Hauptkreuzung. Immer wieder kommen von links und rechts, von hinten und vorne Tiere. Manchmal einer alleine, manchmal zwei oder drei. Ohne uns eines Blickes zu würdigen, spazieren sie wenige Meter an Mojito vorbei. Lediglich als Tanja dringend Wasser lösen muss, wird die Situation etwas brenzlig. Ein Dumbo hat es sich mehr oder weniger direkt vor unserer Ausstiegsluke gemütlich gemacht. Mit den Worten «ich piss mir id Hose» (übersetzt: Ich mache mir fast in die Hosen), öffnet Tanja die Luke. Im Halbschlaf finde ich es zwar etwas gewagt, höre aber nur, wie Dumbo in Panik vom Platz flüchtet: Ein kurzer Spurt und dann irres knacken aus dem Dickicht. Die Luft ist rein und wir entschuldigen uns bei Dumbo für die Nachtruhestörung.
Was für eine Nacht, resümieren wir beim Frühstück. Lange Zeit bleibt uns nicht, denn schon raschelt es wieder vor uns. Don Pedro (der muss einfach einen Namen haben) drängt sich vor uns aus dem Gebüsch. Wir sind inzwischen mutiger geworden. Während wir uns anfänglich sofort zum Auto begeben und meist hinter Mojito in Deckung gingen, verharren wir jetzt bis zu einem gewissen Punkt. Wichtig ist, dass die Elefanten einem sehen und nicht plötzlich erschrecken. Aus diesem Grund bewegen wir uns jeweils normal und geben uns deutlich zu erkennen.
Zurück zu Don Pedro: Don Pedro bemerkt uns sofort und zögert kurz. Dann setzt er seinen Gang seitlich und dennoch leicht in unsere Richtung fort. Plötzlich bleibt er stehen und schüttelt in unsere Richtung einmal kräftig gewannt den Kopf. Ok, für uns der Moment Land zu gewinnen;-). Das Ganze haben wir auf Video festgehalten. Die Entfernung von Tisch bis zu seinen Beinen haben wir nachgemessen: Ziemlich genau läppische acht Meter!
Wir finden es hier so cool, dass wir noch eine Nacht bleiben wollen. Statt Game-Drive geniessen wir den Elefanten-Traffic auf unserem Platz. Immer wieder marschiert ein Dickhäuter vorbei und in der Nacht herrscht wieder ordentlich Betrieb. Meine auf einem Altar angehäuften Elefantenfrüchte sind ratz putz weg. Manchmal wachen wir auf, wenn es laut knackt aber wie viele Elefanten genau an uns vorbeigelaufen sind, wissen wir nicht. Es ist immer wieder so unglaublich eindrücklich, wie lautlos sich Elefanten bewegen. Nicht einmal die unzähligen Äste am Boden verraten sie. Nur wenn einer direkt durch das Dickicht geht, ist der Lärm nicht zu überhören. …ich weiss, dass wir das schon einige Male geschrieben haben aber es fasziniert uns einfach immer wieder zutiefst, wie solche Kolosse sich wie Geister bewegen.
Michelle und Ramon, ein junges Schweizer Paar, welches wir auf dem Weg aus dem Moremi GR kurz kennen gelernt haben, haben uns das Mbudi Camp empfohlen. Die Camps sollen sich direkt am Wasser befinden, wo man Elefanten und Hippos beobachten kann. Das klingt doch toll und so machen wir uns am 2. Mai auf zum Mbudi Camp, quasi 16 Kilometer zurück in Richtung Moremi.
Das Camp ist tatsächlich traumhaft. Die Plätze befinden sich weit verstreut direkt am Wasser. Schon um 12:30 Uhr tauchen die ersten Dickhäuter auf der anderen Seite auf und gehen zum Trinken und Plantschen ins Wasser – wir können uns kaum sattsehen!
In der Nacht gibt es wieder wenige Pinkel-Slots😱. Wir hören die Hippos und Elefanten in nächster Nähe. Zwei Elefanten baden über eine Stunde neben Mojito im Fluss und als wir die Bilder unserer Aussenkamera studieren, sehen wir, dass eine grosse Hyäne längere Zeit um uns geschlichen ist.
Am 3. Mai 2021 geht’s zurück nach Maun. Wir wollen Mojito endlich ein ausgedehntes Spa-Erlebnis sowie ein Checkup gönnen. Ausserdem haben wir uns entschieden, für Ferien vom Reisen zu schauen. Während Mojito eine Hardcore-Pflege kriegt, lassen wir es uns im Kaffee gut gehen. Wir staunen noch ein bisschen, wieso es denn an diesem Montag so wenig Leute in Maun hat und wieso alles sooooo früh zumacht. Am Abend erfahren wir, dass die Regierung quasi den 1. Mai Feiertag auf den 3. Mai verlegt hat, damit auch wirklich alle frei haben.
Als wir am nächsten Tag bei 4×4 Atlas für einen Servicetermin vorbeischauen, diagnostiziert der Eigentümer, dass Mojito perfekt im Schuss ist – nur der Kühler macht ihm Sorgen, denn dieser ist voller Gras und Samen. Also buchen wir einen Servicetermin für den nächsten Tag und ja, wie viel Ware wir im Kühler hatten, könnt ihr selbst sehen…
Damit wir von einem weiterern Ausbau des Kühlers verschont bleiben, beschliessen wir in ein Custom-Made-Netz zu investieren und finden bei Kahlahri Canvas die perfekte Lösung. Ansonsten geniessen wir die Zivilisation, den feinen Cappuccino, treffen Sabine & Ralf und organisieren Ferien vom Reisen – diesbezüglich erfährt ihr schon sehr bald mehr🤓🤩😋.
Ein unangetastetes Highlight bleibt aber unser Menü «Cholesterin-Special»: Älplermacronen mit Käsegriller – geiler geht’s nimmer!🤪😎🤩🥰😋🙈🤣🤣
Special: Bekanntschaften
Es ist immer wieder faszinierend, bereichernd und schön, wie viele nette Bekanntschaften wir unterwegs machen; Sabine & Ralf sowie Heidi & Peter im Moremi GR, Carmela & Darryl im Nxai NP, Kirsten & Peter in der Planet Baobab Lodge, Kathi & Martin sowie Janine & Francoise im Kgalagadi TP, Tamara & Patrick, Heidi & Werni, Thomas & Conny, Hortensia & Dotore Felipe, Corinne & Oliver, Barbara & Frank the Tank, Cathrin & Sven und Ulla & Werner in Namibia um einige zu nennen. Nicht zu vergessen natürlich unsere erste Bekanntschaft: Barni & Tscharni;-)! …auf die Liste von Europa verzichten wir in der Hoffnung, dass es uns niemand übelnimmt – aber diese würde noch einmal ein paar Seiten füllen! Seid gewiss; wir vergessen euch nicht und stehen dann plötzlich einmal vor der Tür (also natürlich nur bei denen, die es uns angeboten haben;-)
Das krasse ist, wir wurden schon von diversen Leuten in Südafrika eingeladen! Herzlichen Dank und freuen uns auf ein Wiedersehen!
Unbeschreiblich und spannend, was ihr alles erleben dürft oder müsst. Dazu diese schönen und eindrücklichen Bilder. Mega♡♡
😍🤩😘😘