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Kalt ist es am Morgen;-)

Blog Nr. 16: Botswana Teil 5

Luxus Ferien vom Reisen im Okavango Delta

Für die Kurzleser:

 

3. – 9.5. Wir geniessen Maun und buchen unsere ersten Ferien; 9. – 14.5. Luxus-Zelt-Ferien im Okavango-Delta; ab 14.5. Wieder in Maun…

Für diejenigen mit etwas mehr Zeit:

 

Wie im letzten Blogg geschrieben, geniessen wir wieder die Zivilisation in Maun. Neben dem Wiedersehen mit Sabine & Ralf ist unser Highlight der Tag, an dem wir unsere ersten Ferien vom Reisen buchen: Wir fliegen für fünf Nächte ins Delta!😍😍😍😍

 

Karen von Kwando Safaris bucht für uns zwei Nächte im Splash und drei Nächte im Kwara Camp – alles inklusive ist das Angebot; dies bedeutet inklusive aller Aktivitäten, Essen und Getränke. Corona macht es möglich, denn die Camps bieten attraktive(re) Preise für Personen aus dem südafrikanischen Raum an. Mit attraktiv meinen wir ein Fünftel des normalen Preises. Das tönt jetzt günstiger als es doch tatsächlich ist, denn bei normalen Preisen zwischen US$ 750 und 2’000 pro Person und Nacht, bleibt es ein kostspieliges Vergnügen. …und bei vielen Camps verstehen sich die Preise sogar exklusive der Konsumation von alkoholischen Getränken – bei unseren selbstverständlich nicht!🙈🤣

 

Seit langem müssen/dürfen wir wieder einmal unsere Taschen packen. Dresscode gibt es keinen; einfach gepflegte Safari-Kleidung sei erwünscht. Zum Glück habe ich kürzlich noch beigefarbene Shorts gekauft🙈🤣. So packen wir einige Shorts, kurze Shirts, einen Pullover und einen Hoodie ein. 🙈🤪😍😎🙄😲🤔🤓😱🤩🥰😋

 

Am 9. Mai ist der grosse Tag gekommen: Wir lassen Mojito im Crocodile Camp stehen und fahren erstmals als Gäste im offenen Game-Drive-Fahrzeug frühmorgens zum Flughafen – ordentlich frisch da hinten auf der offenen Ladefläche…

Den Flughafen kann man als verwaist bezeichnen und so ist das Check-in schnell erledigt. Irgendwo vor einem Schalter legen wir die Taschen ab und werden in die «Lodge» der Moremi Air geführt. Kurz darauf ist das Boarding angesagt. Zusammen mit zwei Camp-Mitarbeitern steigen wir ins kleine Flugzeug und fliegen in Richtung Delta. 

Nach der Landung werden wir schon erwartet. Neben unserem Fahrer Mat und dem Tracker KP (ausgesprochen Kei Piii), treffen wir auf die aktuell einzigen zwei Gäste. Einem jungen Paar aus Gabarone, der Hauptstadt von Botswana. Es ist gegen zehn Uhr morgens und die beiden sind in dicke Jacken und Ponchos gehüllt. Auf deren Schoss liegt je ein Buschbaby (Bettflasche). Wir wundern uns etwas und machen Scherze, dass wir als Schweizer uns die Kälte gewöhnt sind. Nach einer Kaffeepause in der Natur und bereits vielen Tiersichtungen, geht es auf dem Game-Drive-Fahrzeug zum Splash-Camp. Dort erfahren wir, dass wir in den kommenden Tagen wohl an keinem Hungertod sterben werden. Das Programm hingegen klingt eher nach Drillcamp als nach Luxus:

 

05:30 Uhr Weckdienst an der Türe

06:00 Uhr Security holt uns beim Zelt ab

06:03 Uhr Frühstück

06:30 Uhr Game-Drive oder andere Wunschaktivität

11:00 Uhr Brunch (oder wohl eher grosses Buffet)

Anschliessend: Siesta – Zeit zur freien Verfügung

15:30 Uhr High Tea mit Buffet

16:00 Uhr Abmarsch zur Abendsafari

20:00 Uhr Nachtessen

 

Das Camp und unser Zelt sind der Hammer; schöne Aussicht, bequemes Bett, innen- und aussen-Dusche und vieles mehr – aber überzeugt euch selbst😎🤩🥰

Am Nachmittag stossen weitere Gäste dazu; zwei junge Amerikaner und eine fünfköpfige chinesische Familie. Dass die beiden Amis sind, wissen wir, weil sie auf «unserem» Fahrzeug mitfahren und wir uns mit ihnen unterhalten. Die fünfköpfige Familie outet sich als Chinesen durch ihr kommunikatives, freundliches, aufgeschlossenes, sympathisches Handeln und die extrem kultivierten Tischmanieren. Geschweige denn, den netten Umgang mit dem Personal und die unglaubliche Rücksichtname auf andere Gäste. …wieso genau dürfen die Corona-Seuchen-Sympathieträger eigentlich schon wieder reisen?!?🙄😲🤔😱

 

Um es ein wenig zur relativieren: Es gibt möglicherweise auch nette Leute aus dem weltoffenen China, aber diese hier waren einfach die Stereotypen reicher Chinesen, welche einen Shit auf den Rest der Welt – inklusive der Natur – geben!

 

Wir fahren auf alle Fälle mit unserem Fahrer und Tracker durch die Büsche und sehen Giraffen, Elefanten, Impalas und vieles mehr, und vor allem die ersten Löwen im Delta! Glücklicherweise haben wir ordentlich Kleider angezogen, denn nach dem Sundowner wird es schon mächtig frisch und so nehmen auch wir ein Poncho.

Nach dem Nachtessen und netten Gesprächen, die Chinesen haben glücklicherweise neben einem eigenen Fahrzeug auch einen separaten Tisch, werden wir zu unserem Zelt begleitet. In der Nacht darf man sich nicht alleine im Camp bewegen, zu gefährlich wegen den wilden Tieren. Für den Notfall steht neben dem Bett im Zelt eine Hupe/Tröte mit Gas, so wie man diese aus dem Fussballstadion kennt.

 

Das Bett ist bequem und wir schlafen super. Dennoch realisieren wir: Es ist verdammt kalt! Das Zelt ist zwar luxuriös, bleibt aber ein Zelt ohne Heizung! 

 

Kurz vor der Weckorgie stehen wir auf und stellen fest: Es ist wirklich arschkalt – vielleicht haben wir uns in der Kleiderwahl etwas vertan. Tanja zieht unter die Wanderhosen noch eine Art Trainerhose an. Bei mir kommt über das T-Shirt der Pulli, welcher eigentlich für laue Abende gedacht gewesen wäre. Darüber zwei Hoodies – Zwiebellook für arme wäre wohl die zutreffendste Bezeichnung. …man könnte meinen, wir seien am Tag zuvor in Botswana gelandet.😱🙈🤣

 

Auf dem Fahrzeug nehmen wir dann auch sofort den uns angebotenen Poncho und die Buschbabys. Den Weicheiern aus der Schweiz ist das Lachen vergangen!🤪

Der Tag ist aufregend: Wir sehen viel und lernen, dass man mit so einem Landcruiser auch einfach einmal direkt durch den Busch fahren kann. 

Als wir am Abend ins Camp zurückkommen, werden wir von Mat informiert, dass Affen in unser Zelt eingebrochen sein sollen und alles kaputt gemacht hätten. Er begleite uns zum Zelt, damit wir schauen können, was alles fehle. Aufgewühlt wollen wir mit ihm gehen; er bleibt aber stehen und meint, wir sollen zuerst unser Glas Wein geniessen. Immer wieder spricht er mit der Managerin und wir verstehen die Welt nicht mehr! Wir wollen nur noch zum Zelt und schauen was passiert ist, worauf er immer wieder meint, wir sollen doch zuerst gemütlich den Wein trinken. Nein, wir wollen den Wein nicht zuerst trinken und fordern ihn auf, endlich mit uns zum Zelt zu kommen! 

 

Beim Zelt angekommen werden wir von einem Private-Dinner im Zelt überrascht. Wir verstehen die Welt nicht mehr! Der Witz war oberscheisse, sodass unsere Laune im Keller ist. Und ein Tisch vor dem verschlossenen Vorhang im kalten Zelt macht es auch nicht viel besser. Dazu kommt, dass das Essen komplett kalt ist. …wir wissen bis heute nicht, ob das gut gemeint war und hätte romantisch sein sollen oder ob sie uns vom Tisch mit inzwischen vier Amis fernhalten wollten, da diese wahrscheinlich deutlich mehr bezahlt haben und die Angst umherging, dass wir über Preise hätten sprechen können.

Nach einem Buschwalk und dem Brunch werden wir von einem Fahrer abgeholt und übersiedeln ins Kwara Camp. Das Kwara Camp ist die Fancy-Schmänzi Lodge der Kwando Gruppe und ja, das Zelt kann sich sehen lassen!😎😲😱🤩🥰

Die Zeit auf Kwara lässt sich kurz und schmerzlos wie folgt zusammenfassen: Geil! 

 

Kurz einige Schlüsselerlebnisse:

 

Am ersten Tag sind wir exklusiv mit unserem Guide David und unserem Tracker Luke unterwegs. Als Tanja pinkeln muss, sucht David einen sicheren Abschnitt und kurz darauf darf Tanja hinters Fahrzeug. Wieder im Fahrzeug, fahren wir weiter und treffen bei der nächsten Kurve auf vier ausgewachsene Löwen. Gut, dass Tanja nur 200 Meter vorher ausgestiegen ist.😱🙈🤣

 

Der Rest ist einfach überwältigend: Die Tiere, die Natur und den Drink beim Sundowner. 

Auf dem Rückweg, kurz vor dem Camp treffen wir auf drei hungrige Löwendamen. Wir löschen alle Lichter und hören wie die Beute an unserem Fahrzeug vorbeirennt. Dann Stille. Dann ein Rascheln hinter dem Fahrzeug – es kommt näher und bewegt sich direkt auf Tanja zu. Ein weiteres Rascheln auf meiner Seite. Beides kommt immer näher! Heilige Scheisse, seid ihr wirklich sicher, dass hungrige Löwen nicht an einfacher (fetter) Beute auf einem offenen Game Drive Auto interessiert sind?!?!?!? 

 

David zündet kurz die Taschenlampe im Auto an und da laufen zwei Löwinnen – eine rechts, eine links – je einen Meter an uns vorbei! Gänsehaut und hoher Puls! Wir bleiben unversehrt und unverzehrt und geniessen die drei Löwinnen noch ein Weilchen.

Da wir am nächsten Morgen noch exklusiv auf dem Fahrzeug sind, beschliessen wir auszuschlafen und erst um acht Uhr zu starten. Leider kommt es anders als geplant, denn Tanja verbringt den Grossteil der Nacht auf der Toilette – im arschkalten Zelt. Nachdem ich das Personal wegen Tanjas Abwesenheit in Angst und Schrecken versetzt habe, findet die Morgensafari nur mit mir statt. Am Nachmittag geht es Tanja glücklicherweise minimal besser, sodass wir die Abendsafari gemeinsam machen können. In der Zwischenzeit ist noch Annemarie, eine Österreicherin, zu uns gestossen. …aber eigentlich wollte ich mich ja kurz halten… Unser zweites grosses Hightlight ist, dass wir (also Luke) erfolgreich einen Geparden getrackt haben. Genau in dem Moment, als wir ihn erblicken, vergisst David, dass er ins Wasser fährt und wir bleiben stecken. Es braucht ein zweites Fahrzeug um uns zu bergen. Während die Drei arbeiten, lassen wir Mr Special (wie der Gepard genannt wird) nicht aus den Augen und kurz darauf fahren wir näher und verbringen gute zwei Stunden mit Mr Special – einfach sensationell.

Die Abendsafari hat es ebenfalls in sich. Wir kommen einer Elefantenherde mit dem bisher kleinsten und süssesten jungen Elefanten sehr nahe – für die Mamis sogar etwas zu nahe wie man im Film hört🙈.

Die Zeit vergeht wie im Fluge und so ist es schneller Freitag der 14. Mai als es uns lieb ist. Nach dem Frühstück um neun (wir haben die Safari sausen lassen und uns fürs Ausschlafen entschieden), gibt es noch ein letztes Mal Brunch um 10:30 Uhr. Beim Brunchen treffen wir unsere Pilotin Ungwang und erfahren, dass wir die einzigen Passagiere an board sind. Geil! Also fragen wir nach einem Scenic Flight (Rundflug) worauf Ungwang meint, falls es und egal ist, wenn es etwas mehr schaukelt und wackelt, wir das gerne machen können. Und so fliegen wir im Tiefflug zurück nach Maun und sehen Giraffen und unzählige Elefanten und Elefantenherden in den Kanälen des Okavango Deltas – ein würdiger Abschluss!😍😎🤩🥰

Ach ja, gefischt haben wir auf Splash auch noch und einen Ausflug mit dem Boot gab es auch! Hier die Bilder und Filme🤓

Seit dem 14. Mai sind wir wieder in Maun. Auf dem Campground der Crocodile Lodge feiern wir ein Wiedersehen mit Heidi & Werni – es gibt viel zu erzählen und wir geniessen die Zeit. Das Lagerfeuer wird laufend erweitert und so gesellen sich nun auch Nicolette & Hofi (zwei Südafrikaner) und Caro & Dominik, ein junges deutsches Pärchen dazu. Mojito hat in der Zwischenzeit zwei Scheinwerferabdeckungen und einen Holzsack erhalten. Selbst hier vergeht die Zeit wie im Fluge, eigentlich wollten wir kurz den Blog schreiben und dann nach drei Nächten weiter. Heute ist der 23. Mai und endlich schreiben wir die Zeilen für unsere Webseite. Morgen ist der 24. Mai und dann geht es nun endlich Richtung Chobe NP!

Special: Offroad mit David & Luke

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Gloor Heidi und Werni
Gloor Heidi und Werni
3 years ago

Sehr schöne Fotos, speziell von den Katzen, ich vermisse die Vogelbilder 😃.

Ursi
Ursi
3 years ago

Danke für die unglaublich schönen Bilder und den Bericht über die mega interessanten Erlebnisse!