Was für ein traumhaftes Land...
Für die Kurzleser:
28.12. Wir verlassen die Emirate und reisen im Oman ein. Unsere erste Station ist Wadi Damm; 29.12. Nach einer Morgenwanderung im Wadi fahren wir zum höchsten Punkt im Oman: Dem Jebel Shams; 30.1. Auf einer crazy Strasse durch die Berge; 31.1.22 Sylvester am Strand von Al Sawadi; 1.1.23 Vom Strand zur Wadi Al Arbeieen; 2.1. Vorbereitung für die Wüstentour und Fahrt bis zum Rande der Wahiba Sands; 3.1. Erster Teil der Wahiba-Sands-Wüstendurchquerung; 4.1. Zweiter Teil der Wahiba-Sands-Wüstendurchquerung & Malediven des Oman; 5.1. Sugar Dunes; 6.1. 3 Palms Lagoon, 7.1. Wadi Shuwaymiyah; 8.1. Nahe der Dünen geniessen wir die beste Dusche der Welt; 9. – 12.1. Traumhafter Fazayah Beach; 12. – 14.1. Omans südwestliche Grosstadt Salalah; 14.1. Mojito waschen und ab zur Rub Al-Khali (Wüste); 15.1. Rein in die Rub Al-Khali; 16.1. Auf dem unendlichen Highway Richtung Nordosten treffen wir Irene & Werner; 17.1. Zweckübernachtung in Nizwa; 18. – 21.1. Schöne Hauptstadt Muskat: Bremsen reparieren, Shoppen, Strand geniessen, Tour-Attraktionen-Abklappern, Kaffee bei einem Omani trinken; 21.1. Tschüss schönes Muskat, Adieu schöner Oman – wir fahren Richtung Grenze zu Saudi Arabien und verbringen eine letzte Nacht in der omanischen Rub Al-Khali
Für diejenigen mit etwas mehr Zeit:
Am 28. Dezember verlassen wir die Emirate. Bei Customs stempeln wir unser Carnet aus und fahren zur nächsten Barriere. Der Officer bei der Drive-in-Immigration begrüsst uns freundlich. Nachdem wir die Ausreisegebühr für uns beide bezahlt haben (umgerechnet 16 CHF/EUR/Dollar), stempelt der nette Beamte unsere Pässe aus. Ja, in den Emiraten ist das Visum kostenlos, dafür bezahlt man um das Land zu verlassen. Ein sehr geringer Preis für den tollen Service🤩. Herzlichen Dank Emirate – wir haben die Zeit hier sehr genossen🤩🥰!
Auf der Oman-Seite sind die Grenz-Gebäude brandneu und wirken ein wenig überdimensioniert. Als erstes lösen wir eine lokale Auto-Versicherung für Mojito. Danach geht es zu Immigration. Obwohl wir bereits ein e-Visum besitzen, scheinen die zwei Beamten freundlich überfordert zu sein. Egal, gute zwanzig Minuten später haben wir unseren Einreise-Stempfel im Pass🤓. Danach fahren wir zu Customs, wo wir unser Carnet einstempeln lassen wollen. Hätten wir es nur wie die meisten anderen Reisenden gemacht, ist unsere Konklusion. Die meisten reisen ohne Carnet ein, da es im Oman niemanden interessiert. Wir wollen den Stempel und warten so über eine Stunde, bis jemand das Dokument kennt und es entsprechend ausfüllen kann🙄. Dafür sind wir auf der sicheren Seite, sagen wir uns🙈🤣.
Hallöchen Oman – wir kommen! Wir fahren total stolze 229 Kilometer bis zu unserem ersten Ziel: Der Wadi Damm. Ein Wadi ist ein Tal oder Flusslauf, der häufig erst nach starken oder länger anhaltenden Regenfällen vorübergehend Wasser führt. Zu überraschenden Sturzfluten kann es durch weit entfernte Gewitter kommen, die im entsprechend grossen Einzugsgebiet des Wadi niedergehen (Quelle: Wikipedia)
Wir kommen bei bewölktem Himmel an und suchen uns ein erhöhtes Plätzchen. So ganz wohl ist es uns dennoch nicht, denn schlussendlich stehen wir nach wie vor im Flusslauf🙄.
Als wir am 29. Dezember erwachen, steht Mojito glücklicherweise an der gleichen Stelle🤪. Als wir die Köpfe aus dem Türe strecken, weht uns trotz stahlblauem Himmel ein kalter Wind entgegen. Gut eingepackt, wandern wir das Wadi aufwärts. Die Natur ist traumhaft. Als wir bei den oberen Pools ankommen, nerven wir uns, dass wir unsere Badehosen nicht mit dabei haben🤨. Das Wasser ist zwar arschkalt, aber traumhaft klar😍.
Nach der Wanderung fahren wir eine schöne Bergstrecke bis zu Jebel Shams (oder Shebal Schams). Mit 3000 Meter Höhe ist der Jebel Shams der höchste Berg im Oman. Entlang der Bergkante geniesst man eine eindrückliche Sicht auf den Canyon.
Wir halten bei verschiedenen Aussichtspunkten und erspähen bereits tolle potenzielle Plätze für die Nacht. Als wir beim Parkplatz der Jebal-Shams-Wanderung ankommen, treffen wir auf Mojitos Zwilling und kommen schnell mit den Eigentümern Sabine & Martin ins Gespräch. Einerseits quatschen wir lange, anderseits werden wir laufend von Einheimischen & Touristen auf unsere Fahrzeuge angesprochen, sodass die Zeit zu schnell vergeht. Wir entscheiden uns statt zu wandern, weiter oben am Berg einen Nachtplatz zu suchen.
Sabine & Martin gesellen sich später zu uns und so geniessen wir zu viert den eiskalten Abend vor dem gemütlichen Lagerfeuer🥰. In der Nacht läuft Mojitos Standheizung auf Hochtouren🫣.
Als wir am nächsten Morgen erwachen, hören wir Schritte neben Mojito. Ein Blick aus dem Fenster zeigt schnell, wer da unsere Fahrzeuge beäugt: Eine Herde süsser Bergziegen sucht vergebens nach Essensresten neben Mojito. Später gesellen sich unsere Nachbarn zu uns. Sie kommen aus den Emiraten, sind leidenschaftliche Camper und sind gerade auf dem Rückweg nach einer zehntätiger Oman-Tour. Wir erhalten wertvolle Tipps😉.
Nach der zweiten Tasse Kaffee fahren wir am 30. Dezember die Bergstrasse hoch. Von dort führt eine enge und teilweise extrem steile Strasse wieder ins Tal. Wir fahren durch Al Hamra, entlang der Wall of Shadow und vorbei an Bald Sayt. In der Talsohle bei Al-Batina richten wir unser Nachtlager ein. Bei Dunkelheit stösst ein junges belgisches Pärchen zu uns und wir verbringen den Abend am Lagerfeuer (falls ihr dies lesen solltet, ich habe vergessen eure Namen zu notieren; Entschuldigung – Asche über mein Haupt😱). Die beiden sind ziemlich rasant unterwegs und haben auch sonst einiges zu berichten, zumal sie es schon beim Hinflug fertig gebracht haben, den zweiten Leg zu verpassen🙈🤣.
An Sylvester fahren wir weiter durch die Berge, vorbei am Snake Canyon bis zur Küste. Der Snake Canyon wäre fantastisch zum Wandern, sodass wir einen kurzen Abstecher in den Canyon unternehmen. Tiefer in den Canyon vorzudringen wäre bei der aktuellen Wetterlage keine gute Idee, da die Schlucht extrem eng ist und bei einer Sturzflut keine Ausstiegsmöglichkeiten bietet. Deshalb sind im Little Snake Canyon leider auch schon Leute gestorben🥺.
Den Sylvester-Abend verbringen wir am gut besuchten Al Sawadi Beach. Endlich haben wir Gelegenheit unser neues Camping-Equipment einzuweihen😍😎! Wir geniessen den Sonnenuntergang, werden von vielen Einheimischen angesprochen und erhalten von unseren Nachbarn frisches Gebäck und Omani-Kaffee🥰.
Vom Strand fahren wir am 1. Januar an Muskat vorbei ins Landesinnere. Via dem Dayqah Damm geht es zur schönen Wadi al Arbeieen. Beim Stausee erhalten wir von Jakob, einen in Österreich lebenden Ägypter und seinem omanischen Freund gute Tipps.
Am Nachmittag erreichen wir die Wadi Al Arbeieen. Unter wachsamen Augen von dutzenden Tagestouristen mache ich mich beinahe zum Affen🥸. Ohne Allrad fahre ich durch das Bachbett, denn meine Überzeugung: Wer hier den Allrad braucht, kann nicht fahren! Knapp schramme ich am Desaster vorbei! Um ein Haar bleiben wir stecken🙈🤣. Wir finden einen schönen Platz in der Wadi direkt am Wasser.
Kurz darauf erhalten wir Besuch vom Nachbarn. Er will uns zum Tee einladen, doch dank iOverlander sind wir informiert, dass er bei der Gelegenheit nach Geld fragt. Wir lehnen ab, worauf er vor uns am Boden Platz nimmt, uns Dreiviertelstunden beobachtet und hin und wieder in gebrochenem Englisch fragen stellt. Immerhin zieht er sich zurück, als es dunkel wird.
Der 2. Januar ist schnell beschrieben: Durch eindrucksvolle Landschaften, mit ein paar Abstechern, wie zum Beispiel zum Bimmah Sinkhole, fahren wir bis zum Rande der Wahiba Sands – der kleinen Wüste Omans. Wir kaufen für das bevorstehende Wüstenerlebnis ein und betanken Mojito. Kurz vor Dämmerung stossen Sabine & Martin zu uns. Die zwei haben uns vorgängig angefragt, ob sie sich für die Wüstendurchquerung anschliessen können. Wir freuen uns über die Gesellschaft der beiden. Ausserdem sind zwei Fahrzeuge bei einsameren Projekten immer gescheiter😉.
Heute geht’s endlich in die Wüste😎! Auf dem Old Beduin Track fahren wir in die Wahiba Sands. Auf den ersten zehn Kilometern gibt es einige Camps und ordentlich Verkehr von Tagestouristen. Nach rund zwölf Kilometern stehen wir vor einer grösseren Düne. Da wir von Namibia ein wenig Dünen-Erfahrung haben, lege ich los. Dummerweise ist unsere letzte Dünen-Tour schon länger her und Tanjas Ratschlag, doch im L2 anzufahren, befolge ich auch nicht. Ich fahre mit ordentlich Gas in L3 hoch und bleibe kurz vor dem Ziel stecken als der Drehmoment abreist😣. Also alles wieder rückwärts die Düne runter🙈.
Danach weiss ich es noch besser und brettere Vollgas im High zwei auf die Düne los. Beim ersten Buckel heben wir fast ab, doch ich bleibe Bleifuss auf dem Gaspedal🤨! Wir schaffen es knapp wieder nicht – wohl auch, weil ich Vollidiot während des ganzen Manövers die Handbremse angezogen habe😱😱😱. Na bravo, dümmer geht’s nicht🫣! Also alles wieder rückwärts runter.
Es ist an der Zeit Tanjas Rat zu befolgen; Untersetzung rein, 2 Gang, und wir krabbeln ohne Probleme, schön langsam mit ordentlich Power die Düne hoch🙈🤣. Danach kurven wir zunehmend einsamer durch die Dünen und geniessen die traumhafte Landschaft😍. Am Nachmittag verlassen wir den Old Beduin Track und suchen uns irgendwo hinter den Dünen ein schönes Camp für die Nacht. Wir geniessen die Abendstimmung, klettern auf Dünen und sind fasziniert wie der Wind den Sand über die Dünen bläst. Dummerweise bläst der Wind den Sand zunehmend stärker über die Dünen, sodass das geplante Lagerfeuer dem Sandsturm zum Opfer fällt. Statt gemütlich draussen zu sitzen, flüchten wir in unsere Fahrzeuge und schliessen alle Öffnungen – der Sand ist gnadenlos😱!
Als wir am nächsten Morgen Mojito verlassen, hat der Sandsturm ganze Arbeit geleistet. Sämtliche Spuren im Sand sind weg. Zum Glück haben wir den Old Beduin Track als Route auf unserer Locus Map abgespeichert. Pro Tag begegnet man hier zwischen zwei und fünf Fahrzeugen. Während man am Vortag deutliche Spuren im Sand gesehen hat, gibt es heute nix mehr zu sehen😲. Desto schöner ist die Fahrt durch die unberührten Dünen. Auch sonst ist der zweite Fahrtag von der Route her spannender. Nach einer Weile erreichen wir ein Beduinendorf. Die Kinder kommen aus den Zelten gerannt. Bei der Dorfausfahrt lesen wir auf einer Tafel, dass es Kaffee und Tools gibt. Wir stoppen und treten in die windgeschützte Stube. Der Kaffee sei kostenfrei und sofort erhalten wir einen Omani Kaffee sowie Datteln überreicht. Inzwischen stürmen die Kinder ins Wohnzimmer, setzten sich neben uns, fassen uns an und kichern. Als Dankeschön kaufen wir bei unserer Gastgeberin im Beduinen-Laden ein☺️.
Nach der Stärkung geht’s weiter über die Dünen bis wir auf der anderen Seite der Wahiba Sands die letzte grosse Düne runterfahren. Danach folgt Asphalt bis wir die geteerte Strasse verlassen und über endlose Salzfelder kurven. Unsere Fahrt endet bei den sogenannten Malediven des Omans.
Auf einer Sandzunge finden wir einen schönen Platz. Das Meer, der weisse Sand, die kleinen Dünen – es könnte perfekt sein, wäre da nicht so viel Müll. Am Strand werden Plastikflaschen, Schuhe, Ölkanister, Harasse und allerlei andere Dinge angeschwemmt und hinter jeder Düne liegt Abfall. Teilweise ganze Säcke vollgestopft mit Einweg-Picknick-Geschirr und deren Gleichen -ein trauriger Anblick🥺!
Am 5. Januar fahren wir gemeinsam mit Sabine & Martin dem Strand entlang bis zu den Sugar Dunes – einer kleiner Wüstenlandschaft am Meer. Die Dünen sehen traumhaft aus, verbergen aber ein Geheimnis: Sie sind an vielen Stellen zuckerweich, sodass man knietief einsinkt. Das ist grundsätzlich kein Problem, solange man nicht unvorbereitet in die Dünen fährt. Fährt man rein und landet in einem Dünen-Tal, bedeutet es wohl das Ende der Reise. Und so geniessen wir die Aussicht von der sicheren Dünenseite und machen uns zu Fuss auf Erkundungstour in den Dünen.
Weiter geht die Reise am 6. Januar bis zur 3 Palms Lagoon. Wir kommen relativ früh an, umrunden einmal die Lagune und wollen mit Mojito den Strand erkunden. Als ich Richtung Tiefsand fahre, fragt mich Tanja, ob das gescheit sei. Logisch ist das gescheit und schwupsdiwups fahre ich im dritten Gang in den Sand, verliere den Drehmoment und bleibe stecken.
Untersetzung und Differenzial-Sperren rein, Gas geben und feststellen wie wir noch tiefer einsinken😱! Zusätzlich Luft ablassen, Gas geben und noch tiefer einsinken😱😱! Ok, jetzt hilft tatsächlich nur noch schaufeln😱😱😱. Bei brütender Hitze schaufeln wir die Räder frei, unterlegen Hölzer und fahren so rückwärts aus der Misere – eine gute Stunde hat uns die 0.5 Sekunden-Aktion gekostet🙈🤣.
Wir richten uns auf der Halbinsel der Lagune ein und erhalten zu Fuss Besuch einer deutschen Touristin. Innert dreissig Minuten erfahren wir sehr viel von ihr. Danach brechen wir auf zum Strandspaziergang. Inzwischen stossen Sabine & Martin dazu und parken in Strandnähe. Auf dem Rückweg sehen wir ungläubig zur Halbinsel rüber. Einen Meter neben Mojito steht ein Auto. Die deutsche Dame ist offenbar auf Tuchfühlung gegangen. Wir flüchten zu Sabine & Martin und bitten um Asyl. Unsere neue fast Nachbarin kommt derweil zu uns und meint, sie sei keine Kuschelcamperin und würde wieder weg von der Halbinsel wollen. Wieso sie dann ihr Fahrzeug einen Meter neben Mojito abstellt und schlussendlich dort campt, bleibt für uns schleierhaft🧐.
Falls die besagte Person das per Zufall lesen sollte: Wir sind sehr aufgeschlossene Menschen und schätzen in 99% der Fälle die Gesellschaft anderer. Wenn jemand jedoch in 30 Minuten wie ein Maschinengewehr loslegt, während der gesamten Zeit eine einzige Frage stellt, nur um einen bei der Antwort zu unterbrechen um selbst wieder loszulegen, dann verzichten wir gerne auf diese Gesellschaft.
Aber zurück zur Lagune: Die Abendstimmung ist traumhaft und so geniessen wir den Abend zu viert zwischen den Dünen.
Als wir alle am nächsten Morgen mit Kaffee vor unseren Fahrzeugen sitzen, kommt ein Fischer zu uns gerannt. Als ich aufstehe um ihn zu begrüssen, drückt er mir sofort einen riesigen Fisch in die Hand – ein Geschenk für uns🤩! Wow, was für ein grosses und schönes Exemplar. Aber was sollen wir damit tun🫣?
In den Kühlschrank passt er nicht, also versuche ich mich an die guten Fischerzeiten mit meinen Zephirs-Kumpels zu erinnern. Während Blinker, Stugo und meine Wenigkeit zugeschaut haben, haben Santi & Raemy die Fische ausgenommen und filetiert. Nun muss ich selber ans Werk und tatsächlich funktioniert es! Ich nehme meinen ersten Fisch selber aus und filetiere ihn anschliessend🤩.
Danach fahren wir der Küste entlang, stoppen bei einer imposanten neuen Moschee, fahren hoch in die Berge und wieder runter ans Meer. Besonders faszinierend ist die riesige Felswand kurz vor der Küste. Wir stehen auf einem Plateau über 1’000 Meter über Meer und blicken senkrecht runter bis zur Küstenebene – sehr eindrücklich🤓.
Unsere Reise führt uns am 7. Januar bis nach Shuwaymiyah. Hier biegen wir in die gleichnamige Wadi ab. Knapp unter der eindrücklichen Felswand fahren wir gute 20 Kilometer in die Wadi rein. Irgendwo entlang der Strecke stoppen uns zwei Riesen. Es handelt sich um zwei Russen. Mit überdimensionalen Rucksäcken wandern sie auf ihren Sandalen Richtung Wadi. Während Tanja meint, wir haben einen Zweiplätzer, lasse ich mein Herz erweichen und biete ihnen eine Mitfahrgelegenheit an – um dies Sekunden später zu bereuen. Beide Rücksäcke sind riesig, ultraschwer und haben kaum Platz in Mojito. Noch schlimmer ist aber, dass die beiden Kerle fürchterlich riechen😱.
Wir öffnen alle Scheiben, doch es hilft wenig. Tanja sitzt mit dem einen Burschen hinten in der Kabine und ringt um Luft. Selbst im Fahrerhaus kann ich kaum atmen und als ich rüber sehe, ist der Beifahrersitz bereits komplett Schweissnass. Als sich vor uns ein Minenfeld mit spitzen Steinen auftut, halte ich und bitte die beiden auszusteigen. Wir sind einfach zu schwer zu viert und mit so viel Gepäck. Einerseits stimmt das auch, anderseits brauchen wir einfach dringend eine Verschnaufpause😲.
Als wir am Ende der Wadi ankommen, tut sich ein kleines Paradies mit Palmen und Wasser vor unseren Augen auf. Wir suchen uns einen schönen Platz zum Stehen. Später gesellen sich Manu & Sven, ein sympathisches Pärchen aus Deutschland zu uns und wir verbringen den Abend zusammen. Sven ist passionierter Fotograf und schiesst in der Nacht ein tolles Foto von Mojito (auch wenn er selber findet, dass es schon zu dunkel sei zum Fotografieren – Danke Sven für das Bild🤩).
Bei der Fahrt am 8. Januar aus der Wadi, stoppen wir bei einem Oasenplateau. Die Quelle, die Bäume und der Wasserfall sehen unwirklich aus in dieser steinigen Wüste. Anschliessend geht es wieder in die Berge, mit traumhaften Canyons. Und wieder runter ins Tal ,wo wir bei der schönen Wadi Jabal Shamhan entlang des Wadi-Pools bis zum Meer wandern. Es wäre schön hier unter den Palmen zu stehen. Aber es ist noch früh am Mittag und unglaublich heiss. Deshalb entscheiden wir uns für die Weiterfahrt.
Auf der Strecke stoppen wir an einer Stelle, wo das Wasser vom oberen Plateau bis hinunter zum Meer ins Tal fällt. Aktuell ist es nur ein kleines Rinnsal. Nach dem Regen ist es sicher eindrückliches Naturspektakel😲.
Unseren Nachtplatz finden wir auf einer Düne mit Blick aufs Meer. Das Beste hier ist, dass es einige hundert Meter entfernt eine neue Dusche mitten im Nirgendwo gibt. Endlich können wir wieder einmal ausgiebig duschen. Das Wasser ist zwar kalt und eine Brause gibt es nicht. Stattdessen kommt so viel Wasser aus der Öffnung, dass man im Wellnessbad sein könnte☺️.
Als wir frisch geduscht vor Mojito sitzen, besucht uns Ali. Ali ist ein älterer Herr, spricht minimal Englisch und ist offenbar ein Geissen- und Kamelfarmer. Ein bisschen zu viel Ali wird es uns, als er laufend versucht Tanja abzuschmatzen und meint, dass sie ihn auf die Backe küssen soll – sehr untypisch für den arabischen Raum🙄.
Am 9. Januar fahren wir via Salalah bis zum traumhaften Fazayah Beach, wo wir per Zufall unsere Container-Partner Irene & Werner treffen. Bevor wir dort ankommen, geben wir uns das volle Touri-Programm: In Dhofar besuchen wir das Mirbat-Castle (krass, der Eintritt ist kostenlos), danach die Wadi Darbat und später die historische Städte «Khor Rori».
Als wir am Fazayah Beach ankommen, treffen wir auf einen traumhaften Strand mit glasklarem & angenehm warmem Wasser. Hier springe sogar ich gerne rein und das soll etwas heissen. Natürlich macht auch das Wiedersehen mit Irene & Werner Freude und so verbringen wir mit den Beiden einen schönen ausgedehnten Abend.
Da Irene & Werner die Bremsen ihres Fahrzeugs in Salalah reparieren lassen wollen, verlassen sie uns am nächsten Morgen. Für uns geht es auf eine kleine Wanderung auf den kleinen Berggipfel hinter uns. Danach springen wir ins Meer. Plötzlich schreien wir beide auf. Irgendetwas pikst laufend in unsere Beine. Es sind abertausende kleiner Fische, welche an uns vorbeischwimmen und gegen uns prallen. Kurz darauf entdecken wir fassungslos in unmittelbarer Nähe von uns Delfine🤩. Während die Säugetiere jagen, versuchen die kleinen Fische zu flüchten.
Am späteren Mittag parkt Azuz, ein junger Omani-Guide mit seinen zwei Gästen in unserer Nähe. Azuz ist extrem sympathisch und hat angeblich sehr unsympathische Gäste. Uns schliesst er sofort ins Herzen und beschenkt uns zuerst mit einer Melone und einem Sack Äpfel. Am Abend kommt er mit einer Schüssel omanischem Reiseintopf mit Kamelfleisch wieder. Wir heben uns das feine Reisgericht für den nächsten Tag auf, denn heute haben wir unsere Bäuche bereits mit Raclette gefüllt🤩. Nachdem Azuz Gäste im Zelt verschwunden sind, gesellt er sich zu uns und wir reden bis spät in die Nacht.
Am nächsten Morgen wandern wir früh los. Als wir zurückkommen bricht Azuz gerade auf. Auf der Treppe hinter Mojito hat er einen grossen Sack mit zehn Eiern, Fladenbrot, Käseaufstrich und Datteln platziert – einkaufen überflüssig🥰!
Wir hüpfen danach wieder ins Meer und erhalten zwei Mal Besuch von den Delfinen. Das Zeichen wenn sich die Delfine nähern, ist inzwischen bekannt: Abertausende kleiner Fische kündigen sie wieder an. Wir kreischen auf und warten auf die Verfolger🙈🤣. Ach ja, während uns im Meer die Delfine besuchen, sind es an Land die Kamele. Ebenfalls vorbeischauen tun die Kamel-Eigentümer und versorgen uns mit frischer Kamelmilch😋. Den paradiesischen Ort geniessen wir in vollen Zügen🥰.
Alles hat ein Ende und so fahren wir am 12. Januar in die Küstenstadt Salalah. Neben Einkäufe tätigen und schmutzige Wäsche in die Wäscherei bringen, besichtigen wir Salalah. Wir haben schon gelesen, dass der alte Teil Salalahs gesperrt ist und in Bälde Neubauten weichen soll. Und tatsächlich, der alte Stadtteil ist abgeriegelt; einen Blick hinein erhaschen wir dennoch.
Am Abend campen wir unweit von der belebten Strandpromenade am Sandstrand. Zu Fuss laufen wir in den belebten Teil und treffen dort Sara & Toralf mit ihren drei Kindern Leyla, Elias und Keoni sowie die aus der Schweiz stammenden Carla & Claudio. Beide sind mit ihren coolen Trucks unterwegs. Uns verschlägt es in die Pizzeria Mozart, wo man angeblich die beste italienische Pizza auf der arabischen Halbinsel essen kann. Die Pizza ist lecker, aber ich hoffe dennoch, dass es sich hierbei nicht um die beste italienische Pizza der arabischen Halbinsel handelt – das wäre nämlich sehr traurig🤪!
Unser zweiter Tag in Salalah ist schnell erzählt: Wir holen unsere frische Wäsche ab und geniessen den Rest des Tages am Strand von Salalah. Dieses Mal sind wir am Strandteil mit Palmen und stehen zusammen mit Sara, Toralf & Kinder. Hinter uns verläuft direkt die Strandstrasse und so sind wir mit winken & hallo sagen absorbiert🤩.
Am 14. Januar verlassen wir Salalah, respektive schauen wir zuerst für ein Mojito-Verwöhnprogramm. Da wir ein paar Tage in Meeresnähe verbracht haben, wollen wir eine gute Wäsche für unser Zuhause um mögliches Salz loszuwerden. Nachdem dies erledigt ist, fahren wir 300 Kilometer Richtung Rub Al-Khali, auch genannt Empty Quater
Die Rub Al-Khali oder Rub al-Chali (Arabische Sprache الربع الخالي ar-Rubʿ al-Chali, ar-Rubʿ al-Ḫālī ‚Leeres Viertel‘) ist mit 650’000 km2 die größte Sandwüste der Erde. Die fast menschenleere Wüste bedeckt das südliche Drittel der Arabischen Halbinsel. Die Rub Al-Khali erstreckt sich über Saudi Arabien, den Oman, die Emirate und den Jemen. (Quelle: Wikipedia)
Als sich die Sanddünen allmählich vor uns erheben, suchen wir uns einen schönen Platz hinter den Dünen😎. Wir geniessen den Abend mit extrem viel Gesellschaft; hunderte von Fliegen finden unsere Drinks offenbar ganz toll🙈🤣.
Richtig rein in die Wüste fahren wir am 15. Januar. Bevor wir losfahren, entdecken wir vor Mojito ein ordentliches Loch im Sand. Was das genau ist oder was das geschart hat, wissen wir bis heute nicht🧐. Danach folgend riesige Dünen, unglaubliche Weiten, tolle Farben – einfach umwerfend🥰. Wir fahren über die eine oder andere kleinere Düne und wissen, dass das hier erst der Anfang der unglaublichen Rub Al-Khali ist.
Hinter einer grossen Düne finden wir unseren Nachtplatz. Heute sind wir gescheiter und starten früh mit den Fliegen-Abwehrmassnahmen. Wir fahren unsere Sonnenstore aus und hängen das Moskitonetz auf. Ohne diese Schutzmassnahmen wäre es unmöglich draussen zu speisen, respektive gäbe es eine Menge an zusätzlichen Proteinen😱.
Wir würden gerne weiter ins Empty Quater fahren, aber alleine ist das schlicht und einfach leichtsinnig, unvernünftig und zu gefährlich🤔. Schon jetzt sind wir ein ganzes Stück in der Rub Al-Khali. Also bahnen wir uns am 16. Januar den Weg aus der Wüste und fahren Richtung Hauptstrasse. Vor uns liegen tausend Kilometer vom südwestlichen Teil Omans bis in den belebten Nordosten. Tausend Kilometer entlang der Wüste. Tausend Kilometer Einöde. Tausend Kilometer die abgespult werden müssen.
Ein Highlight gibt es auf den ersten 463 Kilometern: Plötzlich tauchen vor uns auf dem alten Teil der Strasse Irene & Werner auf! Vollbremsung und wenden heisst es für uns. Die beiden hatten eine Reifenpanne. Zusammen fahren wir weiter und biegen etwas später in die Wüste ab, um die Nacht gemeinsam am Rande der Rub Al-Khali zu verbringen.
Ach ja, eine klitzekleine Kleinigkeit gibt es noch zu berichten: Unsere Bremsen funktionieren wieder analog einer Strassenbahn-Bremse🙈🤣. Einfacher gesagt: Fast gar nicht😱! Auf der aktuellen Strecke ist das nicht so schlimm, da wir fast alleine unterwegs sind. Aber vor der Fahrt in die Hauptstadt graust es uns😲. Trotzdem bleibt uns nichts anderes übrig als am 17. Januar die nächste Etappe Richtung Zivilisation abzuspulen. Nach 522 Kilometer kommen wir in der Stadt Nizwa an und suchen uns ausserhalb ein Platz zum Übernachten.

Da wir unser Brems-Problem so schnell wie möglich lösen wollen, besuchen wir am 18. Januar eine Toyota Werkstatt in Nizwa. Sie sind freundlich, wir dürfen in die Werkstatt fahren, nach dreiviertel Stunden schauen sie sich Mojito an, eine Diagnose kann nicht gemacht werden, sie unterbreiten einen Vorschlag wo mit Suchen begonnen werden soll und wie viel das es kosten wird, unser Gefühl ist durchmischt. Wir sagen dennoch zu und sofort wieder ab, als der Werkstattleiter uns fragt, ob wir die Nuss für unsere Schrauben bei den Reifen haben. Waaaaaaas?!? Das sind ganz normale Standartdinger! Ja, aber Toyota verwende diese nicht, also hätten sie das nicht hier. Ok & tschüss – wir sind dann mal wieder weg😱!
Wir bedanken uns für die Zeit und beschliessen nach Muskat zu fahren. Die Fahrt in die Hauptstadt bereitet uns Sorgen, aber die Hoffnung nach einer Lösung ist grösser. Bei Toyota Muskat suchen wir Hilfe🤔. Vergeblich, denn der nächstmögliche Termin um sich unserem Fahrzeug anzunehmen sei in fünf Tagen. Weltklasse, wir wollen zwar Muskat anschauen, aber nicht ganze fünf Tage und schon gar nicht mit kaputten bremsen😤!
Mit gesenkten Köpfen laufen wir zurück zu Mojito. Da rufen uns zwei gut gekleidete jüngere Herren aus dem Security-Häuschen zu. Wir sollen auf ein Omani-Kaffe reinkommen. Wir verweisen auf unser Bremsproblem und wollen weiter. Nein, für ein Omani-Kaffee sei immer Zeit und ausserdem wollen sie wissen, was unser Problem ist. Bei Kaffee im Häuschen erklären wir den beiden sicher nicht Security-Mitarbeitern unser Problem. Während der Eine meint, das sei kein Problem und er schaue sich die Sache gleich an, erklärt uns der Andere, dass Toyota hier nach der Corona-Krise extrem unterbesetzt sei. Für unser Problem gäbe es aber sicher eine Garage.
In der Zwischenzeit testet unser Retter die Bremsen und ist sich sicher, dass es nur Luft in den Bremsschläuchen sei und die Trommelbremsen hinten richtig eingestellt werden müssen. Hundert Kilometer in Richtung Nizwa hätte sein Onkel eine Garage wo sie das gratis für uns machen. Da wir von dort kommen, ist das keine Option. Er schlägt uns deshalb eine Garage in der Stadt vor, wohin uns der zweite Helfer mit seinem Auto begleitet, respektive vorfährt. Die beiden sind unglaublich nett und wir sind extrem froh ab deren Hilfe😍. Wer genau unsere Retter waren, wissen wir bis heute nicht – wir glauben, dass derjenige welcher uns zur neuen Garage geleitet hat, der Sohn des Eigentümers der Toyota Garagenkette ist. Sicher sind wir uns jedoch nicht.
Auf alle Fälle fühlen wir uns am neuen Ort in guten Händen. Dummerweise sind wir Punkt ein Uhr hier. Die Mittagspause hat soeben begonnen. Der Chef versichert uns, dass sie sich um drei Uhr Mojito annehmen und so geschieht es dann auch. Um vier Uhr sind die Trommelbremsen eingestellt, die Leitungen entlüftet, neue Bremsflüssigkeit nachgefüllt, die Bremsen wieder funktionsfähig und wir sind startklar! Ein gutes Gefühl🤩! Und für all diejenigen die meinen es gehe jetzt noch etwas schief: Nein, dieses Mal zum Glück nicht🥳!
Unsere Bremsen funktionieren tadellos und wir fahren zum Seeb Beach. Dort angekommen steht eine Tafel die besagt, dass am Strand fahren verboten ist. Da schon dutzende Autos am Strand stehen, fahren wir auch hinein und suchen uns ein schönes Plätzchen unter Palmen in der Nähe zum Toilettenhäuschen. Heute ist Mittwoch und dennoch ist ab sechs Uhr der Bär los. Hunderte von Autos stehen am Strand und die Leute picknicken daneben. Kaum fährt einer weg, kommen zwei neue dazu. Wir staunen ab dem regen Treiben und geniessen die lebendige Atmosphäre🥰.

Offenbar ist der Seeb Beach populär für Fitnessbegeisterte. Als wir am 19. Januar unsere Köpfe aus Mojito strecken, sind hunderte Leute sportlich aktiv. Während wir vor Mojito unseren Kaffee geniessen, werden wir immer wieder angesprochen. So auch vom sympathischen Jamal, dessen Einladung zum Omani-Kaffee bei ihm zuhause, wir annehmen. Jamal wohnt ganz in der Nähe und so sind wir eine Stunde später in seinem schönen Haus. Wir sitzen zusammen im Herren-Raum und Jamal klärt uns über die hiesigen Rituale auf – so auch das Kaffee-Ritual. Denn Kaffee kommt im Oman niemals alleine. Zuerst gibt es eine Art Dattelmousse mit Peanutsauce und Kokossträusel, danach Datteln pur, dann Äpfel, Trauben, Orangen, gefolgt von Melone und Bananen. Jamal führt Tanja später ins Frauenzimmer, wo sie seine Frau und andere Damen kennen lernt. Aus dem geplanten kurzen Kaffee werden fast zwei schöne Stunden😍.
Nach dem Kaffee-Erlebnis fahren wir nach Mutrah und spazieren entlang der Meerpromenade, bestaunen die zwei Jachten des Sultans (oder eher Kreuzfahrtschiffe), schlendern durch den grossen Souq, besichtigen das Opernhaus in Muskat, machen Window-Shopping in einem grossen Shoppingcenter und bummeln sogar durch die Ikea. Wir beschliessen, dass wir morgen in der Ikea frühstücken gehen. Neben Leckereien hat die Ikea auch sensationell schnelles, kostenfreies Internet🙈🤣.
Nach diesem anstrengenden Tag lassen wir uns am Muscat Beach nieder und geniessen den Abend mit den letzten Bierchen und der aufgesparten Flasche Rotwein🥰🤩.
Der 20. Januar ist ein unglaublich faszinierender, extrem spannender Tag! Wie vorgewarnt frühstücken wir in der Ikea und verbringen über drei Stunden dort🙈🤣. Danach gehen wir ausgiebig im riesigen Lulu einkaufen, beschaffen uns eine schöne Shisha und entscheiden uns wieder für den Seeb Beach. Als wir ankommen ist unser Lieblingsplatz bereits besetzt und alle anderen schönen Plätze eigentlich auch😱.
Ach herrjeh, es ist Freitag – deshalb die vielen Leute! Wir quetschen uns in der Nähe von unserem Lieblingsplatz zwischen die geparkten Fahrzeuge und kommen mit unseren Platzbesetzern ins Gespräch. Als ein Sandsturm aufkommt fliehen sie und möchten, dass wir mit ihnen in die warme Stube mitkommen und bei ihnen essen. Gerührt lehnen wir ab und übernehmen hingegen gerne ihren Platz.
So gegen vier Uhr leer sich der Platz aufgrund des ungemütlichen Wetters. Auch wir wagen uns kaum nach draussen, denn der Sand peitsch gnadenlos. Als sich etwas später der Sturm legt, kommt wieder Leben an den Strand. Und zwar richtig viel Leben! Unsere späteren Nachbarn, eine Gruppe von vier Fahrzeugen und schätzungsweise 20 Personen, treffen um elf Uhr abends (für uns nachts) ein. Ab ein Uhr morgens wird eingefeuert, sodass nach zwei Uhr gegessen werden kann. Während die Erwachsenen Musik hören und diskutieren, spielen die Kinder bei Mondschein am Strand. Kurz vor drei Uhr heulen die Motoren auf und die Gruppe rauscht davon. Die Uhren ticken hier komplett anders – krass🤪! Auch wenn wir erst nach drei Uhr richtig schlafen können, geniessen wir den Trubel und finden das relaxte Feiern cool🤓.
Etwas gerädert nehmen wir am 21. Januar Abschied von Muskat. Es hat uns hier sehr gut gefallen🥰! Wir beschliessen, dass für uns auch der Abschied vom Oman naht, und so fahren wir über dreihundert Kilometer Richtung der Grenze zu Saudi Arabien. Etwa achtzig Kilometer vor der Grenze fahren wir von der Strasse und campen in den Dünen der omanischen Rub Al-Khali. Wir geniessen den Abend und sagen tschüss schöner Oman – wir kommen bestimmt wieder!
Nachwort: Der Oman ist ein wunderbares Reiseland. Atemberaubende Berge, schöne Wadis, faszinierende Wüsten, weitläufige Strände und allem voran; unglaublich freundliche Menschen. Wir haben die Zeit hier extrem genossen.
Einziger Wehmutstropfen ist der Abfall. Fast egal wo man ist, man stösst auf Abfall. Obwohl wir noch in keinem Land zuvor mehr Abfalleimer und Mülltonnen gesehen haben und die Abfallentsorgung kostenlos ist, werden Plastiksäcke, Pappbecher, Essensreste, Kosmetiktücher und alles Andere einfach weggeworfen oder liegengelassen. Manchmal zehn Meter vom nächsten Abfalleimer entfernt, manchmal an wunderschönen einsamen Plätzen in der Natur.
Auch beim Picknick am Strand bleibt alles liegen. Einige packen ihren Abfall in einen Sack und deponieren diesen an Ort und Stelle. Die allgemeine Meinung ist, dass man dafür Personal hat. Das haben sie an einigen Stränden tatsächlich – dummerweise aber nicht überall in der Natur und auch am Strand wo es das Personal hat, sind meist Möven, Katzen und Hunde schneller und verteilen den Müll überall. Der Schönheit des Omans zuliebe hoffen wir, dass das Umweltbewusstsein der Menschen schnell Fortschritt macht.