Tschüss Sansibar, Hallo Mojito in Dar es Salaam - danach geht es weiter in die Berge, in den Mkomazi NP, nach Moshi und bis zum Fusse des Kilimanjaro
Für die Kurzleser:
21.9. Traurig sagen wir «Tschüss Sansibar»; 22.9. Shopping in Dar es Salaam, oder: Wie man ohne viel einzukaufen ein kleines Vermögen los wird; 23.9. Kühles Wetter in den Bergen bei Irente; 24.9. Traurige Szenen im schönen Mkomazi Nationalpark; 25.9. Horrorfahrt zum Kilimanjaro; 25. – 27.9. Administration auf der Simba Farm am Fusse des Kilimanjaro; 27. – 29.9. Noch mehr Administration im Malaika Guesthouse in Moshi – dafür belohnen wir uns mit einer Safari-Buchung; 29.9. – 3.10. Wir verbringen vier Nächte bei Erika & Paul auf der Camsite der Twiga Lodge in der Nähe von Arusha
Für diejenigen mit etwas mehr Zeit:
Leider hat unsere spontane Idee, den Rückflug um zwei Tage zu verschieben, nicht geklappt. Schweren Herzens verlassen wir am 21. September Sansibar. Traumhaft schön waren die zwei Wochen hier😍!
Um 14:30 Uhr fliegen wir mit Coastal Air zurück nach Dar es Salaam. Beka, unser Taxifahrer erwartet uns bereits beim Terminal 1. Weiter geht es zum Sunrise Beach Resort, wo Mojito auf uns wartet. Schön dich wieder zu sehen – unser geliebtes Zuhause🥰! …und zum Glück ist alles noch Heile!
Batterie anschliessen, alles einräumen, für die Nacht parkieren und dann ab ins Restaurant. Das Sunrise Beach Resort ist in indischen Händen und so geniessen wir sensationelles indisches Essen.
Frühmorgens fahren wir am 22. September los. Grosseinkauf steht auf dem Programm, denn unser Kühlschrank ist komplett leer. In Dar es Salaam gibt es das einzige grosse Shoppingcenter von ganz Tansania. Bei der Einfahrt wird Mojito mit Spiegeln auf Bomben inspiziert und am Eingang müssen wir durch einen Detektor inklusive Gepäck-Durchleuchtung. Im Innern wird klar: Hier verkehrt nur die absolute Oberschicht von Dar es Salaam.
Über zweihundert Franken kosten unsere Einkäufe. Wir schauen verdutzt drein, denn ausser ein bisschen Käse, Mundspülung, Sonnencreme und ein paar andere Dinge haben wir nicht viel eingekauft. Aber bei elf Franken für den kleinen Parmesan und zweiundzwanzig Franken für die Nivea Sonnencreme geht die Kohle schnell weg! In Südafrika hätten wir für dieses Geld vier volle Einkaufswagen im Mojito verstauen müssen
. Trotzdem geniessen wir es, wieder einmal in einem gut ausgestatteten Lebensmittelgeschäft zu sein.
Entsprechend viel Zeit vergeht, bis wir wieder losfahren. Wir beschliessen deshalb, wieder im naheliegenden Bagamoyo zu stoppen. Insbesondere müssen wir uns dringend um eine Adresse in Tansania kümmern, wo wir unser neues Carnet de Passage hinsenden lassen können. Auf dem Weg zum Camp gönnen wir Mojito nach langer Zeit wieder einmal eine richtige Reinigung. Unsere Reinigungsfachkräfte lassen nichts aus! Zuerst geht es auf die Rampe für die Unterbodenwäsche, danach steigen sie aufs Dach und anschliessend reinigen sie Mojito von oben bis unten!

Am 23. September geht es weiter in die Musambara Berge nach Irente; von 0 auf 1’600 Meter Höhe; von 25 auf 10 Grad in der Nacht. Den Ventilator können wir kurzfristig wieder verstauen🤪. Viel unternehmen ist leider nicht möglich, denn kurz nach unserer Ankunft beginnt es zu regnen…
Als wir am nächsten Morgen erwachen, regnet es immer noch und so fahren wir am 24. September weiter in den Mkomazi Nationalpark. Der Mkomazi Nationalpark ist der zweit jüngste Nationalparks Tansanias und angeblich derjenige mit den wenigsten Besuchern. Unter der Woche soll man meistens alleine sein. Heute ist Samstag, und so sind neben uns noch einige lokale Touristen beim Gate. Trotzdem begegnen wir im Park nur wenigen Fahrzeugen.
Landschaftlich ist der Mkomazi traumhaft. Leider wird der Park derzeit von einer enormen Dürre heimgesucht und so präsentiert sich das eigentlich grosse Wasserloch «Dindira» als kleines Schlammloch. Noch trauriger sind die unzähligen toten Tiere um das verbleibende Wasser. Die Ranger haben zwar vor ein paar Tagen ein neues kleines Wasserloch erstellt und fahren nun täglich Wasser in den Park – aber offenbar kommt die Hilfe für viele Tiere zu spät🥺.
Die Situation ist derart krass, dass die Löwen nicht mehr jagen müssen, sondern sich quasi am Buffet bedienen können. Entsprechend fett sind sie und können sich kaum noch bewegen. Hunderte von Geier sind ebenfalls am Wasserloch versammelt. Aber auch sie kommen nicht nach mit fressen. Statt um das Aas zu kämpfen, sind sie so vollgefressen, dass sie kaum noch fliegen können. Wir gehen davon aus, dass das Wasser durch die vielen Tierkadaver extrem toxisch ist. Leider trinken nach wie vor viele Tiere von dieser Schlammpfütze, statt sich beim neuen Wasserloch zu bedienen🥺.
Am 25. September klingelt der Wecker um fünf Uhr morgens. Wir wollen nach Sonnenaufgang zum Dindira Lookout. Nach einem Sandwich und Kaffee beim Aussichtspunkt geht es auf Game-Drive. Kurz nach dem Wasserloch sehen wir einen neuen angefressenen Büffelkadaver. Wenige Meter weiter, sichten wir das Löwen-Rudel: Zwei Damen, ein Herr und zwei jüngere Löwen. Als wir weiterfahren, liegt vor uns ein Büffelbaby auf der Strasse. Das arme Kalb zuckt noch als wir uns nähern – ein schlimmer Anblick😲. Als wir noch näher fahren, stürmt die Mutter auf uns! Offenbar will sie ihr Junges verteidigen. Wir legen den Rückwärtsgang ein und fahren schnellstmöglich aus der Schusslinie😱! Danach verlassen wir den Park mit gemischten Gefühlen.
200 Kilometer trennen uns bis zum Ziel am Fusse des Kilimanjaro. 200 Kilometer, die es in sich haben! Zuerst können wir eine Frontalkollision mit einem Lastwagen nur vermeiden, indem wir von der Strasse flüchten und später hält uns die Polizei an. Angeblich sollen wir in einer 50er Zone mit 71 Kilometer pro Stunde gefahren sein. Der Polizist präsentiert uns ein WhatsApp-Foto von Mojito.
Ich springe aus Mojito und starte die Diskussion: «Wir halten uns immer an alle Verkehrsregeln und glauben nicht, dass wir zu schnell waren!» Der Polizist zeigt mir wieder das Foto; ein schwammiges Bild mit Mojito wo drunter 71 km/h steht. Ok, Mac raus, Chip der Garmin-Dashcam rein und wir schauen uns die Sache an! Als wir bei der entsprechenden Stelle sind, fahren wir kurz vor der 50er-Tafel 58 Kilometer pro Stunde, beim nächsten Bild steht 52 Kilometer pro Stunde! Der Polizist meint immer: Zurück, zurück! Neee, nix zurück, denn die Tafel ist ja vor uns!
Ich drehe komplett durch und will seinen Ausweis sehen, damit ich ihn anzeigen kann! Nun hat sich das Blatt gewendet! Während ich ihn anschreie, dass er mir endlich seinen Ausweis geben soll, läuft er weg, um angeblich den Bildlieferanten zu kontaktieren. Ein neuer Polizist versucht mich zu beruhigen, worauf ich ihm sage, dass auch er mir seinen Ausweis geben soll! Schreiend, dass ich endlich die Ausweise sehen will, laufe ich zum telefonierenden Polizisten. Dieser sagt mir, dass wir weiterfahren können. Angeblich hätte der Bildlieferant das Bild zu früh geschossen, was ihm sehr leid täte.
Neeee, neeee! So leicht kommt ihr mir nicht davon! Ich will die Ausweise, und zwar von allen! Lauthals kündige ich allen anwesenden Polizisten den Job! Anzeigen werde ich euch in Moshi! Ausweise sollen endlich her! Das Blatt wendet sich weiter und nun flehen die Polizisten uns an, dass es sich doch nur um eine Verwechslung gehandelt habe und wir sollen Gnade walten lassen! Da eine Anzeige wohl eh nix bringen würde, zeigen wir Gnade und werden gute 200 Mal gesegnet. Mit einer abschliessenden Belehrung, dass sie endlich mal kapieren sollen, wer die Kohle ins Land bringt, verlassen wir die Szene!
Danke Garmin; du hast uns wieder einmal gerettet🤓!

Anschliessend geht es relativ ereignislos bis zu unserem Ziel, der Simba Farm. Hier treffen wir auf einen schönen Campground, eine tolle Farm, ein Lagerfeuer mit wunderbarer Aussicht und geniessen ein sensationelles Nachtessen😍.
Wir bleiben einen zweiten Tag hier. Das Nachtessen ist nicht mehr ganz so sensationell, dafür verbringen wir einen lustigen Abend mit Monika & Eric.
Vom 27. bis am 29. September buchen wir uns ein Zimmer im Malaika Guesthouse in Moshi. Ich muss endlich meine Steuererklärung 2021 einreichen. Zudem haben wir unser neues Carnet de Passage hierher bestellt. Unser altes Dokument läuft am 19. Oktober 2022 aus.
Wir nutzen die Zeit in Moshi um bei Mega Adventures eine Safari-Tour zu buchen: Zwei Nächte im Tarangire Nationalpark, drei Nächte in der Serengeti und eine Nacht im Ngorongoro sind das Resultat. Wieso wir nicht selber fahren? Die Strecke vom Ngorongoro in die Serengeti soll der absolute Wahnsinn sein – nicht im positiven Sinn, sondern eine Horror-Piste.
Am 29. September fahren wir von Moshi näher Richtung Arusha; dem Ausgangspunkt für die bekanntesten Nationalparks Tansanias. Bevor wir am 3. Oktober von unserem Guide namens Fredi abgeholt werden, verbringen wir vier unvergessliche Nächte auf dem Campground der Twiga Loge.
Bereits am ersten Abend nehmen unsere Gastgeber Erika & Paul uns mit ins Pub. Am zweiten Abend geniessen wir feines Nachtessen in der Lodge. Am dritten Abend sind wir zum Grillplausch mit Nachbarn eingeladen – gegen zwei Uhr morgens endet die Sause
! Den vierten Abend gehen wir etwas ruhiger an; nach dem Nachtessen in der Lodge geht’s für uns früh zu Bett! Tagsüber bloggen wir, sortieren Fotos und shoppen in der naheliegenden Ortschaft namens Usariver.
Und schon bald folgen unsere Safari-Erlebnisse😉.