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Wir vor dem Burj Khalifa

Vereinigte Arabische Emirate – Gross, grösser, Dubai (Blog 47)

Während wir gespannt auf Mojito warten, geniessen wir die Emirate

Für die Kurzleser:

 

7.12. Ein langer Tag mit einem Schreckmoment steht uns bevor: Auf geht’s in die Vereinigte Arabische Emirate; 7. – 9.12. Zwei Nächte im Emirat Schardscha (Sharjah) – grösser könnte der Kulturschock nicht sein; 9. – 14.12. Dubai, hier sind wir!; 14. – 20.12. Zusammen mit Irene & Werner geniessen wir Dubai Marina und warten gespannt auf Neuigkeiten bezüglich unseren Fahrzeugen; 20.12. Endlich fahren wir mit Mojito aus der Freezone und können in unserem Zuhause übernachten; 21.12. Mojitos Bremsen sollen geflickt werden – vor gut einem Jahr hatten wir in Johannesburg schlechte erfahren gemacht; 22.12. Die schlechten Erfahrungen wiederholen sich leider; Mojitos Bremsen glühen und wir wechseln die Werkstatt; 22. – 23.12. Bei Saluki Motorsport sind wir in guten Händen und nächtigen am Bicycle-Circle; 24.12. Zu Heiligabend bei Gerwig & Familie; 25.12. Weihnachten in den Dünen Dubais; 26.12. Mit einem neuen Pneu für Mojito fahren wir nach Abu Dhabi; 27.12. In Al-Ain kaufen wir neues Camping Equipment und verbringen unseren letzten Abend in den Emiraten

Für diejenigen mit etwas mehr Zeit:

 

Pünktlich um 10:50 Uhr landen wir in Nairobi, holen unser Gepäck ab und checken für den Flug nach Dubai ein. Jetzt beginnt das lange Warten, denn unser nächster Flug startet erst um 15:40 Uhr. Kaffee trinken, plaudern, einkaufen und ein Bierchen trinken. Das Terminal ist neu und es gibt derzeit nur ein einziges Restaurant und einen einsamen Duty-Free-Shop. Beides befindet sich am anderen Ende des Terminals; rund zehn Gehminuten von unserem Abfluggate entfernt. Gute vierzig Minuten bis zum Boarding haben wir noch, als wir im Restaurant unser vorerst letztes afrikanisches Bier geniessen. 

 

Als ich ein Bier zurückgeben will und genüsslich vor der Schüssel auf die Erlösung warte, höre ich die Durchsage: «Attention! Macella Reinhard proceed immediately to Gate 6!». Schnell schliesse ich die Bierrückgabe ab und gehe zurück ins Restaurant. Tanja schaut mich entgeistert an und fragt: «Hast du das auch gehört?» Ja, habe ich. Also machen wir uns mit läuferischer Höchstgeschwindigkeit auf zum Gate 6. 

 

Fünfzehn Minuten vor dem offiziellen Boarding kommen wir beim Gate an und fragen, was los sei. Eines unserer Gepäckstücke sei aussortiert worden, da etwas in der Tasche vibriere. Vibratoren haben wir keine dabei und die Zahnbürste ist gut verpackt, also kann es nur mein neuer Barthaarschneider sein🤔

 

Die hochschwangere Dame von Emirates sagt mir, dass ich mit ihr mitkommen müsse, um das Gepäck zu kontrollieren. Ich laufe mit ihr los, während Tanja mir nachruft, dass ich es mit ihr niemals schaffen werde. Denn zwischen Gate und Check-in liegt ein langer Weg mit Passkontrolle und Handgepäckkontrolle. Nach zehn Meter stelle auch ich fest, dass es keinen Sinn macht, denn selbst wenn ich krieche, habe ich nach zwei Sekunden einen Vorsprung von fünf Meter auf die Dame. 

 

Ich frage sie, wohin ich genau gehen müsse. Zum Emirates-Check-In-Schalter sagt sie mir erneut. Aber ich müsse bei der Passkontrolle mein Pass hinterlegen und den Beamten über die Situation aufklären. Scheisse, ich muss ja wieder auf Kenianisches Staatsgebiet😱. Also sprinte ich los, Vollgas von inzwischen Gate 7 bis zum Gate 14, wo die Rolltreppe zur Handgepäckkontrolle führt. Dort kläre ich die verdutzten ersten Beamten über meine Situation auf, sodass sie mich von der falschen Seite durch das Röntgengerät winken. Danach folgt der Beamte von der Passkontrolle. Auch ihm erkläre ich die Situation und strecke meinen Pass hin. Verdutzt schaut er mich an und versteht offenbar gar nichts. Etwas ruhiger erkläre ich ihm noch einmal die Situation mit dem vibrierenden Gepäck und sage ihm, dass ich in fünf Minuten zurück sei; er zieht mein Pass ein und winkt mich durch🤓.

 

Endlich beim Emirates-Check-in angekommen, wende ich mich an die erstmögliche Person. Kurz darauf werde ich hinter die Schalter begleitet, wo mein Gepäckstück aus einem Gang geholt wird. Tatsächlich, das vibriert wirklich ordentlich🙈🤣! Ich öffne die Tasche und finde die Ursache schnell: Der Kurzhaarschneider läuft auf Hochtouren und ist schon ordentlich heiss😲. Ich entferne das Stück, verschliesse die Tasche und gebe diese wieder ab.

 

Mit dem Kurzhaarschneider in der Hand, spurte ich los. Schon in der ersten Kurve um den Emirates-Schalter rutsche ich auf den glatten Platten aus und mache vor unzähligen Augen eine ordentliche Bruchlandung😱. Schnell aufstehen, mitteilen dass alles in Ordnung ist und weiter geht der Sprint! Bei der Passkontrolle mag sich der Beamte noch an mich erinnern, händigt mir den Pass aus und winkt mich durch. Auch beim Röntgengerät erinnert man sich am mich – trotzdem muss ich natürlich die abgekürzte Kontrolle über mich ergehen lassen. Danach geht’s Tempo Teufel die Rolltreppe hoch und mit einem olympia-verdächtigen Schlussspurt ins Ziel! Dort erfahre ich, dass sich das Boarding verzögert🙈. Wäre eigentlich nett gewesen, hätte man mir dies bereits am Emirates-Schalter mitgeteilt🤔. Aber immerhin habe ich so mein Fitnessprogramm für heute abgeschlossen.

 

Irgendwann kommt unser Aufruf zum Boarding. Der fünfstündige Flug geht fix und so landen wir pünktlich um 21:40 Uhr in Dubai (wer jetzt exakt nachrechnet und auf sechs Stunden Flugzeit kommt, dem sei gesagt, dass es nach Dubai eine Stunde Zeitverschiebung gibt🤓).

 

Für die ersten zwei Nächte haben wir uns im gleichen Hotel wie Irene & Werner eigebucht: Dem Pullman in Schardscha. Gemeinsam fahren wir mit dem Taxi zum Pullman, werden freundlich empfangen und erhalten sehr schöne Zimmer. Wir beschliessen uns noch einmal vor dem Hotel für einen Schlummertrunk zu treffen. Zum Glück haben wir am Flughafen in Nairobi Wein eingekauft und auf dem Zimmer stehen statt normale Kaffeetassen, grosse schwarze Teetassen. Denn Schardscha ist das strengste Emirat und der Verkauf von Alkohol ist hier strengstens untersagt – auch in Hotels🙄

 

Nach einem feinen Frühstück erkundigen wir am 8. Dezember zu Fuss die Umgebung. Die Hochhäuser sind imposant und die Stimmung am Abend am Al Qasba Kanal ist toll😍. Danach geht’s zurück Richtung Hotel wo wir vis-a-vis beim Barbar Food unser erstes Arabisches Essen geniessen😋.

Am 9. Dezember geht es für uns weiter nach Dubai Downtown. Unser Hotel befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Burj Khalifa – aus dem Zimmer geniessen wir sogar ein bisschen Sicht auf das riesige Gebäude😎.

 

In den kommenden fünf Tagen besuchen wir die unfassbar grosse Dubai Shopping Mall, erkunden die Gegend, kaufen am Gewürz Souq eine Robe für Tanja, laufen viel in unserer Gegend rum und fahren in der Gold-Kabine der Metro kreuz und quer durch Dubai. 

Etwas näher zum Ankunftsort von Mojito geht es am 14. Dezember. Für die nächsten drei Nächte haben wir zusammen mit unseren Container-Partnern Irene & Werner in der Dubai Marina ein schönes Appartement gemietet. Wir laufen viel an der Marina entlang bis zum Beach und Riesenrad. Am Abend gehen wir in lokale Restaurants und lassen es uns gut gehen. Bier & Wein gibt’s nur auf unserem Balkon. Immerhin dürfen wir als Touristen in Dubai alkoholische Getränke kaufen. Zudem fühlen wir uns bei Waitrose (Lebensmittelgeschäft) wie Alice im Wunderland. Für «non-muslim» gibt es sogar einen separaten Raum mit allerlei schweinischen Produkten; Trüffel- und normaler Salami, Käsewürstchen und Schweinefilet landen in unserer Einkaufstasche😋.

Wir freuen uns riesig, als das Schiff mit Mojito am Freitag, 15. Dezember einläuft. Schnell wird die Stimmung wieder gedämpft, als wir vom Agenten erfahren, dass wir frühestens am Montag mit unseren Fahrzeugen rechnen können. Am Freitag arbeite der Zoll nur bis 10:00 Uhr und danach ginge bis Montag nichts mehr. Wir wussten zwar, dass in der arabischen Welt der Freitag der wichtigste freie Tag ist, haben aber gehofft, dass es dennoch eine Möglichkeit gibt oder zumindest schneller geht. Uns bleibt nichts anderes übrig, als das Appartement zu verlängern.

 

Am Sonntag gönnen wir uns das WM-Finale Argentinien gegen Frankreich in unserem Lieblings-Restaurant Habib Beirut. Neben dem feinen Essen gibt es leider nur einen Schluck Wasser – dafür gönnen wir uns eine Shisha😉.

Heute ist Montag; ein grosser Tag – hoffen wir zumindest… Leider wird schnell klar, dass es nicht so einfach geht😲. Unser Agent in Dubai ist unfähig. Um elf Uhr erhalten wir ein Mail, dass wir ihm dringend diverse Unterlagen senden müssen. Unterlagen, welche wir ihm längst per Mail zugestellt haben. Zudem habe ich ihn in die vergangen Woche unzählige Male gefragt, ob er alles habe und ob alle Dokumente in Ordnung seien. 

 

Egal, wir senden ihm alle Unterlagen noch einmal, worauf das Mail-Ping-Pong beginnt. Am Nachmittag erfahren wir, dass wir zum Hafen kommen müssen, um unsere Fahrzeuge aus dem Container zu fahren. Mitnehmen können wir sie jedoch nicht, da der Zoll wieder geschlossen hätte und er die Fahrzeuge noch inspizieren wolle. Der Termin für die Inspektion sei auf den nächsten Morgen angesetzt. Wann genau erfahren wir trotz wiederholtem nachfragen nicht. Dafür wird uns versichert, dass wir unsere Zuhause am nächsten Morgen erhalten – versprochen! Better than nothing. Gegen drei Uhr fahren wir unsere Fahrzeuge aus dem Container und parkieren sie im Freezone-Areal.

Am nächsten Morgen schreiben wir unseren Agenten um neun Uhr an. Er soll uns bitte umgehend einen neuen Gate-Pass senden. Dieser wird benötigt, um das Freezone-Areal zu betreten. Zudem soll er uns mitteilen, wann wir vor Ort sein müssen. Auf diese Anfrage folgt wieder Mail-Ping-Pong und schnell ist es zwölf Uhr. Wir sitzen immer noch im Hotel und warten auf die erlösende Nachricht. Ich schreibe dem Agenten, was mit seinem Versprechen, dass wir unsere Fahrzeuge heute Morgen aus dem Zollareal fahren können, sei? Ein Teil der speziellen Antwort lautet wie folgt:

 

«Nothing will work under promise in Shipping. Pls cooperate with us and you will get your cars today as promised.»

 

Übersetzt: In der Schifffahrt kann man nichts versprechen, aber falls ihr mit mir kooperiert, verspreche ich euch, dass ihr die Fahrzeuge heute erhalten werdet.

 

Gegen zwei Uhr und unzähligen Mails später, erhalten wir endlich die Gate-Pässe. Ich schreibe unserem Agenten, dass wir uns auf den Weg zum Hafen machen und er bitte wie be- und versprochen, alle Unterlagen vor Ort bereithalten soll. Er bestätigt, dass wir von einem seiner Mitarbeiter im Freezone-Areal erwartet werden und dieser alle Unterlagen dabei habe.

 

Als wir ankommen, weiss niemand etwas von uns. Immerhin sind unsere Fahrzeuge noch da🙈🤣. Nach ein paar Telefonaten meint der Herr welcher uns empfangen hat, dass er nicht wisse wo unsere Kontaktperson sei. Wir sollen aber ins Hauptbüro des Agenten gehen um unsere Fahrzeugpapiere abzuholen und danach zu Customs fahren, um die Zollinspektion durchführen zu lassen. 

 

Waaaaaas? Customs sollte doch die Fahrzeuge heute morgen inspiziert haben! …wie das hätte gehen sollen, war uns zwar bereits am Abend zuvor ein Rätsel, da wir ja die Schlüssel für unsere Fahrzeuge hatten🤔. Meine Geduld ist am Ende und so kläre ich den Mann auf, in was für einem Scheissladen er arbeitet! Es solle nun sofort jemand mit den Papieren hier auftauchen und die Zollformalitäten erledigen sowie den Gate-Pass für die Ausfahrt organisieren. Von anderen Reisenden wussten wir, dass bei denen die Beschaffung des Gate-Pass für die Ausfahrt nicht ganz einfach war – sie haben über eineinhalb Tage darauf gewartet😱

 

Kurze Zeit später erscheint ein Herr mit unseren Papieren. Wir müssen ihm bis zum Zoll nachfahren. Beim Zoll angekommen, fotografiert er unsere Fahrzeuge und verschwindet im Gebäude. Nach dreissig Minuten kommt er mit den notwendigen Papieren zurück. Die Fotos reichten aus. Die Beamten wollten unsere Fahrzeuge nicht sehen. Weiter geht es zum Gate, wo wir parken und unsere Begleitperson wieder ziehen lassen. Neunzig Minuten später kommt er mit den zwei Gate-Pässen zurück – wir können fahren😎!

 

Kurz vor Dämmerung verlassen wir das Freezone-Gelände und übernachten beim Jebel Ali Bush-Camp. Bei diesem «Camp» handelt es sich um ein bei der einheimischen Bevölkerung beliebtes Areal am Strand. Dutzende riesige Caravans stehen fix geparkt auf den Dünen. Sanitäre Installationen gibt es keine, dafür ist das «Camp» für uns Touristen kostenlos und wir freuen uns riesig, endlich wieder in unserem geliebten Zuhause schlafen zu können😍!

 

Am 21. Dezember kann es leider noch nicht richtig losgehen, denn wir müssen zuerst unser Problem mit den Bremsen lösen. Seit der Rüttelpiste zum Tsavo-West in Kenia, funktionieren die Bremsen von Mojito wie bei einer Strassenbahn; wir drücken voll durch und passieren tut fast gar nix😱. Ausserdem wollen wir Mojito frisches gutes Öl gönnen. 

 

Auf Empfehlung fahren wir in Dubai zu RK Customs. Ziemlich genau vor einem Jahr machten wir in Johannesburg einen Service bei Auto Worx -ein Desaster😱! Damals haben Ricky und sein unfähiges Team beinahe unsere hinteren Bremsen ruiniert. Immerhin werden wir hier bei RK Customs freundlich empfangen und sie kümmern sich schnell um Mojito. Wir erhalten sogar sensationelles indisches Mittagessen. So ganz wohl ist es uns dennoch nicht, denn irgendwie ähneln sich die Logos…

Wir verbringen den ganzen Tag in der Garage und erfahren am Abend, dass wir am nächsten Morgen für einen erneuten Bremsen-Check vorbeikommen sollen🙄. Also fahren wir zum Stadtrand und richten uns beim Bicycle-Roundabout ein; ein grosser Parkplatz mit öffentlichen Toiletten und sogar Duschen. Hier beginnt Dubais 86 Kilometer lange Al-Quadra-Fahrradstrecke durch die Wüste. Schön ist anders, aber wir sind froh einen guten Platz mit sanitären Installationen zu haben. Ausserdem erhalten wir verschiedenen Besuch von interessierten freundlichen Leuten.

 

Kurz vor acht Uhr morgens am 22. Dezember machen wir uns auf den Weg zurück zu RK Customs. Mojito fährt sich komisch und als wir ankommen, wissen wir wieso! Aus den Bremsen qualmt massiver Rauch😱! Die Penner haben unsere Vorderbremsen viel zu fest eingestellt. Offenbar hat der «Mechaniker» mittels einer Schraube, welche gemäss unserem Fahrzeugbauer niemals angetastet werden dürfte, die Bremsen angezogen. Ein paar Kilometer mehr und Mojito hätte wahrscheinlich gebrannt🥺

Unsere Nerven sind am Boden und unser Vertrauen ist weg🥺! Als Wiedergutmachung erhalten wir einen Teil der Arbeitskosten zurück und fahren zu Saluki Motorsports. Eine Garage, welche auf iOverlander top Rezessionen hat. Garry, ein gebürtiger Brite empfängt uns bei Saluki und kümmert sich mit seinem Team um Mojito. Leider sei der Master-Zylinder kaputt und müsse ausgetauscht werden. Das Ersatzteil komme jedoch erst am nächsten Tag😲. Am Abend fahren wir zurück zu unserem Bicycle-Kreisel. Heute gibt es zusätzlich Besuch von der Polizei. Ein Polizist schaut kurz rein, grüsst und verschwindet dann wieder. Die restlichen Patrouillen winken uns aus einigen Metern Entfernung nett zu. 

 

Am 23. Dezember geht es zurück zu Saluki Motorsport. Mojito wird den ganzen Tag behandelt, während wir fleissig Leute kennen lernen – unter anderem Lyle, ein gebürtiger Amerikaner aus Abu Dhabi, welcher Tom’s Fahrzeugtechnik kennt und oft mit seinem Auto unterwegs ist und Gerwig, einem in Dubai arbeitenden Deutschen, welcher hier gerade seinen Unimog zurechtmachen lässt. 

Da unsere hinteren Reifen beide leicht beschädigt sind, entscheiden wir uns auf Empfehlung für einen neuen Pneu. Dummerweise ist heute Freitag (der wichtigste Tag im islamischen Raum) und schon spät Nachmittags. Also bleibt uns nichts anderes übrig als bis Montag zu warten. Spätabends fahren wir zurück zu unserem Kreisel. Immerhin sind wir froh, dass wir Mojitos Problem mit den Bremsen gelöst haben – wir können wieder richtig gut bremsen🤪

 

Kurz nach Ankunft beim Kreisel schreibt uns Gerwig, dass wir morgen bei ihm und seiner Familie eingeladen seien. Wir nehmen an und verbringen den Heilig Abend mit Gerwig, seiner Frau Silke und deren Tochter, sowie einem Freund aus Holland und einer Schottischen Reiseleiterin. Es gibt Champagner, Wein und sensationelles Essen. Übernachten können wir im Villen-Areal neben Gerwigs Unimog😍.

Am 25. Dezember fahren wir bei Dubai in die Wüste und geniessen einen wunderbaren ruhigen Weihnachtsabend zu zweit. Die abendliche Stimmung ist atemberaubend🤩.

Bevor wir am 26. Dezember unsere Tour starten können, gibt’s für Mojito den neuen Pneu. Auf der Hinterachse wird neben dem neuen Pneu, das nie gebrauchte Ersatzrad  montiert (ist ja ein normaler neuer BF Goodrich-Reifen). Der bessere der beiden älteren Hinterreifen kommt neu als Ersatzrad aufs Dach. Danach fahren wir nach Abu Dhabi und besuchen die riesige Grand-Mosque oder richtiger, die Scheich Zayed Moschee – was für ein imposantes Bauwerk😍

Nachdem wir Abu Dhabi fertig bestaunt haben, fahren wir zum Artificial Lake. Dieser liegt ausserhalb und hier soll es gemäss iOverlander Möglichkeiten zum nächtigen geben🤔. Und tatsächlich: Rund um den See gibt es Rastplätze, Plätze für Zelte und zum Glück in der zweiten Reihe abgesperrte Plätze für Caravans. Wir dürfen uns kostenfrei auf einen Caravan-Platz stellen und beobachten interessiert das emsige Treiben😉. Kaum ein Quadratmeter um den See bleibt ungenutzt. Überall versammeln sich die Einheimischen, machen Feuer und geniessen den Abend. Zwei Stunden nach Einbruch der Dunkelheit leeren sich die Plätze langsam. 

Am 27. Dezember fahren wir von Abu Dhabi nach Al-Ain, an die Grenze zum Oman. Hier finden wir endlich unser gesuchtes arabisches Camping-Equipment😍. Bei einer neuen Moschee entdecken wir einen guten Platz für unsere letzte Nacht in den Emiraten. Wir erkundigen uns, ob wir hier stehen dürfen. Selbstverständlich lautet die Antwort und uns werden sofort die Toiletten der Moschee gezeigt. 

 

Wir geniessen den letzten Abend und wissen nach dem Aufruf zum Abendgebet, dass wir morgen keinen Wecker brauchen. Wir stehen direkt unter dem Minarett mit dem Lautsprecher unmittelbar auf uns gerichtet🙈🤣. Glücklicherweise hat der Muezzin eine sensationelle Stimme. 

Der Muezin weckt uns…

Als ich gegen Abend aufs Klo muss, sehe ich vor dem Eingang elf Paar Flip-Flops. Verdutzt überlege ich mir, wie ich vorgehen soll🤔. Ich entschliesse mich, meine Schuhe auszuziehen, draussen zu lassen und betrete das Toilettengebäude nur in Socken. (Anm.d.Red.: In der orientalischen Kultur hat es neben jeder Toilette einen Wasserschlauch zur Intimreinigung. Dieser wird üblicherweise von vielen Besuchern zur Reinigung der Toilettenanlage genutzt, damit die Toilette sauber hinterlassen wird. Dies ist vorbildlich, führt jedoch oft zu grösseren Überschwemmungen). Und so laufe ich auf Zehenspitzen ins Gebäude, versuche wie auf Nadeln den nassen Stellen auszuweichen🙄. Ich komme rund zweieinhalb Meter weit, bis ein junger Herr mich entgeistert ansieht und mich wieder aus der Anlage begleitet. Er steigt aus seinen Sandalen und zeigt darauf. 

 

Ich entscheide mich für andere Flip-Flops und steige mit meinen Socken rein. Der ältere Herr hinter mir beäugt mich argwöhnisch. Im Gebäude drin, geht er mit versteinerter Miene vor mir in die einzige unbesetzte Toiletten. Also laufe ich Richtung der gefliesten Wand mit Ablauf, wo ich zu pinkeln gedenke. Noch bevor ich loslegen kann, stürzt der Herr 

aus seiner Toilette auf mich zu und schüttelt die Finger. Ich solle seine Toilette nehmen. 

 

Verdutzt nehme ich das Angebot an. Nach dem Geschäft wasche ich meine Hände, verlasse das Gebäude, wechsle die Schuhe, laufe zurück zu Mojito und erzähle das Erlebte Tanja. Tanja kann sich vor Lachen kaum auf dem Stuhl halten🤣. Sie fragt mich, ob beim letzten Besuch auch schon Flip-Flops vor der Toilette waren? Nein… waren nicht🤔. Ob diese nun öffentlich zur Verfügung gestellt werden oder ich jemandem seine Schuhe temporär entführt habe (allenfalls sogar die des älteren Mannes), weiss ich bis heute nicht😲. Als ich jedoch von meinem komischen Erlebnis kurz vor dem Pinkeln erzähle und mich Tanja fragt, wie denn diese Pinkel-Bank ausgesehen hätte, geht mir selber ein Licht auf und ich schäme mich in Grund und Boden🙄. Im Nachhinein befürchte ich, dass es sich bei der vermeintlichen Pinkel-Bank wohl eher um die Anlage zur Körperpflege gehandelt hat. Da die sonst üblichen Kubusse zum Sitzen fehlten, habe ich sie fälschlicherweise verwechselt. Zum Glück wurde ich noch vor dem grossen Malheur gestoppt😱

 

Wir geniessen vor Mojito den Abend und kommen mit verschiedenen Leuten ins Gespräch. Nachbarn bieten uns an, dass wir uns melden sollen, falls wir etwas benötigen😍. Ein schöner Abschied von den Emiraten und trotz Fauxpas erwachen wir gut erholt am nächsten Morgen und sind ready für den Grenzübertritt zum Sultanat von Oman.

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Sandro und Bea
2 years ago

Hallo zusammen
Geniesst den Oman. Wir waren ja letzten Winter in dieser Gegend. Wir können Euch auch Saudi Arabien und Jordanien bestens empfehlen.
Auf unserer Webseite seht Ihr, wo wir ein etwa durchgefahren sind. Bei uns hat alles noch unter Covid stattgefunden und war noch etwas schwieriger. Die Offroadstrecken die wir gefahren sind, solltet Ihr nicht alleine machen!

Liebe Grüsse
Sandro und Bea

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Hanspeter
2 years ago

Mit den Werkstätten scheint ihr hin und wieder am „Schissigriff“ zu ziehen. Wir kennen das (leider) auch.